Spuren des Kolonialismus

In Tempelhof-Schöneberg warten spezielle Aktionen zum internationalen Museumstag am 21. Mai.

Drei Museen und zwei historische Orte auf einen Blick: Zum Internationalen Museumstag am 21. Mai stellen die Museen Tempelhof-Schöneberg ihr Programm mit neuen Museumsformaten und Sonderführungen in einem handlichen Leporello-Folder vor. Das Faltblatt ist in den Museen Tempelhof-Schöneberg und anderen Einrichtungen des Bezirks erhältlich . Es kann auch als PDF im Internet heruntergeladen werden.

Kolonialgeschichte

In der historischen „Millionenbauernvilla“ in der Hauptstraße können Besucher des Internationalen Museumstags gleich zwei Museen unter einem Dach entdecken. Im Schöneberg Museum starten um 14.30 Uhr und 16.30 Uhr jeweils Führungen durch die neue Sonderausstellung „Forschungswerkstatt: Kolonialgeschichte in Tempelhof und Schöneberg“ – mit vielen neuen Aspekten zur Stadtteilgeschichte.

Sexuelle Vielfalt

Das MuseumsMobil gibt einen Einblick über sexuelle Vielfalt

Das Jugend Museum öffnet von 15 bis 18 Uhr das MuseumsMobil: Der bunt gestaltete Bauwagen auf dem Hof lädt mit einer spannenden kleinen Ausstellung dazu ein, das Thema sexuelle und geschlechtliche Vielfalt spielerisch zu erkunden. Im Haus stellt das Museumsteam erstmals Module aus dem neuen Ausstellungsformat „All Included mobil“ vor, das für den Einsatz in Schulen gedacht ist. An interaktiven Stationen können sich Kinder und Jugendliche kreativ mit Geschlechterrollen und vielfaltigen Lebensweisen beschäftigen. Im Untergeschoss des Hauses erzählt die preisgekrönte Ausstellung „Wunderkammern-Wunderkisten“ Stadtgeschichte(n) für Kinder und Erwachsene. Um 15.30 Uhr startet dort eine interaktive Kinderführung, in der auch der Theaterfundus und die Druckwerkstatt zum Einsatz kommen.

Felder und Fabriken

Das Tempelhof Museum lädt um 11 Uhr zu einem geführten Rundgang durch die Ausstellung „Zwischen Feldern und Fabriken – Orte, Menschen, Geschichten“ ein. Das Themenspektrum reicht vom ländlichen Leben um 1800 bis zu Zwangsarbeit und Widerstand im Nationalsozialismus.

NS-Terror

Die Folder zum Museumstag gibt es auch im Internet

Der Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße ist der einzige historische Ort des frühen NS-Terrors in Berlin, in welchem sich noch Spuren aus dem Jahr 1933 finden lassen. Die von der SA als Haftzellen genutzten Kellerräume sind weitgehend in ihrem damaligen Zustand erhalten. Um 14 Uhr bietet das Team eine kostenlose Führung durch die Dauerausstellung. Als Zeugnis der nationalsozialistischen Stadtplanung für Berlin hat der Schwerbelastungskörper überregionale Bedeutung. Auf dem Gelände informieren drei Stelen über die Geschichte des Ortes, ein Aussichtsturm macht die städtebaulichen Dimensionen der damaligen Planungen erfahrbar. Um 12 Uhr bieten die Berliner Unterwelten e.V. eine einstündige Führung auf dem Gelände (Kostenbeitrag: 6 Euro).

Ab 21. Mai ist die neu gestaltete Webseite der Museen Tempelhof-Schöneberg online – mit aktuellen Veranstaltungstipps gleich auf der Startseite und schnellen Klicks zu vertiefenden Informationen. Reinschauen lohnt sich!

Red., Bilder: Historische Sammlung edition Friedenauer Brücke, Jugend Museum, Museen Tempelhof-Schöneberg