Millionen für Modernisierungen

Bezirk verhandelt über Mittel für die Schulsanierung mit dem Senat.

Schulsanierungen, Schulplätze und Lehrermangel sind die aktuell großen Themen, die die Themenlisten der politischen Parteien und Gremien bestimmen. Turnhallen, Sportplätze, Ergänzungsbauten und Verhandlungen zu mobilen Unterrichtsräumen hatten auch die Mehrzahl der Tagesordnungspunkte der April-Sitzung der Marzahn-Hellersdorfer Bezirksverordnetenversammlung zum Thema. Schließlich geht es ganz aktuell darum, Kosten und Bedarfe für den Bezirk in diesem Handlungsfeld gegenüber dem Senat geltend zu machen.

Riesige Aufgabe

Mit Investitionen in Höhe von rund fünf Milliarden Euro möchte der Senat in den kommenden zehn Jahren das Schulplatz-Problem und den Sanierungsstau an Berliner Schulen in den Griff bekommen. In einem Gebäude-Check wurde in den vergangenen Monaten ein einheitlicher Fragebogen von allen Bezirken ausgefüllt. Mit diesem soll es nun erstmals möglich sein, berlinweit vergleichbare Zahlen für den Zustand der Schulen zu bekommen. Nach Einschätzung des Bezirksamtes gibt es an den Schulen in Marzahn-Hellersdorf einen Sanierungsbedarf von knapp 300 Millionen Euro. Damit liegt der Bezirk im berlinweiten Vergleich „nur“ an vorletzter Stelle. Angeführt wird die Liste der Sanierungsbedarfe von den Bezirken Tempelhof-Schöneberg (557 Millionen), Steglitz-Zehlendorf (457 Millionen), Neukölln (452) und Pankow (427). Für Marzahn-Hellersdorf sollen jetzt Monitoring-Gespräche mit der Senatsverwaltung die tatsächlichen Bedarfe klären. „Es gab in der Vergangenheit immer wieder Differenzen zwischen den Ansichten des Bezirks und der Senatsverwaltung über die tatsächliche Höhe der Bedarfe“, erklärte Gordon Lemm (SPD) zur letzten BVV den aktuellen Sachstand. Der Senat hatte bislang lediglich nur einen Teil der beim Senat angemeldeten Kosten akzeptiert. In der Senatsberechnung von „nur“ 160 Millionen Euro waren schließlich die Sanierungsbedarfe für  Sportplätze und Schulhöfe nicht eingerechnet gewesen.

Mit Zuversicht

Allein die aktuelle Entwicklung der Bevölkerungszahlen im Bezirk dürfte auch die Vertreter des Senats um weitere Anerkennung von Aufwänden überzeugen. „Wir werden die zusätzlichen Kapazitäten wohl anerkannt bekommen“, so Lemms Einschätzung zur BVV, wohl wissend, dass mit dem Ergebnis dieses Gespräches auch weitere stadtplanerischen Maßnahmen verbunden sein werden. „Wir haben in fast allen Ortsteilen noch Bedarf an Schulplätzen“, lautet sein Anspruch, mit dem er in die Gespräche starten will. Wer den derzeitigen Zustand der Schulen nachvollziehen möchte, dem hilft auch eine vom Bezirkselternausschuss gestaltete interaktive Karte – Mit einem Klick auf einzelne Standorte kann dort jeder schnell erfahren, wie kaputt einzelne Gebäudeteile, Turnhallen oder Freiflächen sind.

Dort gibt es auch Informationen zu allen  Planungen und Kosten für jedes einzelne Schulobjekt im Bezirk, für das Sanierungen aktuell anstehen..

Autor und Bild: Stefan Bartylla