Der Görli ist für alle da

Ein Parkrat soll die Interessen der Anwohner und Besucher des Görlitzer Parks künftig vertreten und Kriminalität verringern.

Drogen, Müll, laute Musik und Kriminalität – der Görlitzer Park gehört nicht zu den schönsten Ecken Berlins. Für die Touristen ein nächtliches Abenteuer, für die Anwohner allerdings ein Ort, den sie aus Angst oder Belästigung meiden. Die AG Görlitzer Park will nun neue Maßnahmen ergreifen, um das Image des Parks zu verbessern. Im Juni vergangenen Jahres haben sie bereits ein Handlungskonzept beschlossen und teilweise umgesetzt. Ein Teil des Konzepts ist der Parkrat, der die Anwohner und Parkbesucher vertreten soll. Dazu wurde vergangene Woche ein Gründungsrat gewählt, der die Satzung erarbeitet und dem Bezirksamt vorlegt. Werden die Funktionen bestätigt, wirkt der Parkrat als offizielles Gremium und trifft Entscheidungen, unter anderem über bauliche Maßnahmen, die Jahresplanung und auch Stellenbesetzungen, die den Park betreffen. Dazu gehören die so genannten „Parkläufer“, die seit dem 30. April im Einsatz sind. Sie sollen den Parkmanager Cengiz Demirci, der seit November vergangen Jahres im Amt ist, unterstützen. Zu ihren Aufgaben gehört vor allem das Eingreifen bei Konflikten und Fehlverhalten. Somit dienen sie als Ansprechpartner und einer Art „niedrigschwelliger Sozialkontrolle“, heißt es vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg.

Neutrale Brücke

Bis der Parkrat nun offiziell etabliert werden kann, seien noch einige Treffen des Gründungsrats notwendig, erzählt Martin Heuß von der Anwohnerinitiative Görlitzer Park und Mitglied des Gründungsrates. Der kürzlich gewählte Rat umfasst laut dem Handlungskonzept neun Mitglieder, darunter Anwohner, aber auch Vereine und Mitglieder der AG Görlitzer Park. Katja Frenz wurde vergangene Woche in den Gründungsrat gewählt und sieht sich selber als neutrale Brücke unterschiedlicher Interessen. „Rund um den Görlitzer Park sollte Frieden einkehren und ein tolerantes Umfeld geschaffen werden“, so Frenz, die schon seit 2011 in dem Park aktiv ist. „Jeder, der den Park nutzt, soll auch weiterhin bleiben können“. Dazu zählen neben Passanten und denjenigen, die den Park noch meiden, auch die Drogenverkäufer. „Den Drogenhandel werden wir nicht beenden können“, bestätigt auch Alex Koller, Leiter des Straßen- und Grünflächenamtes. Die Dealer verdienen dadurch ihr Geld und hätten keine andere Alternative.

Verantwortung übernehmen

Trotzdem soll nun durch den Parkrat und die Parkläufer belästigendes Verhalten, Gewalt und Verschmutzung reduziert werden. Vor allem Anwohner können dadurch für „ihren“ Park Verantwortung übernehmen. „Eine Verbesserung kann bereits durch die bloße Präsenz des Parkmanagers und der Parkläufer geschaffen werden“, stellt Gründungsratmitglied Heuß fest. Durch den zusätzlichen Einsatz der Berliner Stadtreinigungsbetriebe habe sich die Sauberkeit bereits deutlich verbessert. „Wir müssen dafür sorgen, dass der Görlitzer Park nicht als soziale Brache endet“, sagt Heuß.

Marley Lackermann, Bild: imago/Stefan Zeitz