Der Zoo macht sich fit für die Zukunft

Neues Pandahaus ist auf der Zielgeraden – Raubtiere erhalten mehr Platz.

Im Zoo herrscht Pandafieber. Anfang Juli sollen zwei Pandabären übergeben werden. Um den seltenen Tieren ein artgerechtes und modernes Zuhause zu bieten, entsteht auf der Fläche des ehemaligen Hirschgeheges eine großzügige Anlage. Die Arbeiten nähern sich der Zielmarke. In den letzten Tagen wurden auf der Panda-Plaza die großen Fensterscheiben eingesetzt. Die Scheiben sind bis zu 3,50 Meter hoch und 33 Millimeter dick. Für den neuen Panda-Garten, der auf einer 5500 Quadratmeter großen Fläche entsteht, nimmt der Zoo rund zehn Millionen Euro in die Hand. Zoo- und Tierparkchef Andreas Knierim nennt es das „modernste Panda-Habitat Europas“.

Besonders selten

Beide Pandas – ein Männchen und ein Weibchen – werden ihren eigenen Bereich haben. Die Bären sind Einzelgänger und finden sich nur etwa 72 Stunden im Jahr für die Paarung interessant. Auch das haben die Planer bedacht. Die beiden Außenanlagen sind durch einen sechs Meter langen Tunnel verbunden. Beide Enden sind mit einem Gitter verschlossen, sodass sich die Tiere sehen und riechen können.

Geht der Plan auf, wäre es der erste Panda-Nachwuchs im Berliner Zoo überhaupt. Der gefährdete Große Panda gilt als Botschafter für den Artenschutz. Weltweit gibt es nur noch etwa 2.000 Tiere, in den Zoologischen Gärten außerhalb Chinas sind Große Pandas eine besondere Seltenheit.

Raubkatzen motivieren

Auch im Raubtierhaus tut sich einiges. Die Anlagen werden den Bedürfnissen der Tiere entsprechend optimiert, die meisten von ihnen erhalten mehr Platz. Die Innenanlagen der Großkatzen werden mit natürlichem Substrat versehen und generell sollen auch die Außenbereiche vielseitiger und abwechslungsreicher gestaltet werden, um den Tieren Anreize zur Beschäftigung zu bieten, erklärt Zoo-Sprecherin Philine Hachmeister. „Diese Umgestaltung ermöglicht den Besuchern außerdem das Erleben der Tiere in naturnaher Umgebung“. Das Haus wird in verschiedenen Bauabschnitten umgebaut. sodass einige Raubtiere während der Bauphase auch innerhalb des Hauses umquartiert werden können. Ob einige Tiere gegebenenfalls auch anderweitig untergebracht werden müssen, könne momentan noch nicht detailliert beantwortet werden.

Mittelfristig wird für die Erdmännchen eine neue Unterkunft außerhalb des Hauses geplant und fertiggestellt. Tiger, die es derzeit im Zoo nicht gibt, werden nach dem Umbau wieder in das Raubtierhaus zurückkehren. Am Adlerfelsen gibt es jetzt Innenvolieren zur Überwinterung der wärmebedürftigen Greifvögel. Mehrere Außenvolieren werden noch zusammengelegt. Dort können mehrere Arten zusammenleben. Zu Ostern wurden Königsgeier im Südamerikabereich einquartiert. Später sollen weitere Arten hinzukommen. Neu entstehen werden zwei große, für die Besucher begehbare Volieren mit frei fliegenden Greifvögeln. Weitere Informationen unter: www.zoo-berlin.de

Nils Michaelis, Bild: Zoo Berlin