IGA-Gäste parken in der Nachbarschaft

Shuttle-Angebot an der Stadtgrenze wird kaum genutzt – rund 1.000 Knöllchen hat das Bezirksamt bislang ausgeteilt.

70.000 Besucher werden bis zum Monatswechsel die IGA besucht haben. Obwohl das kalte Wetter an den beiden vergangenen Wochenenden den ganz großen Besucheransturm verhinderte, ist die große Zahl der Autos mit den Kennzeichen aus ganz Deutschland bereits jetzt in der Nähe der IGA-Eingänge kaum zu übersehen. Weit über 1.000 Knöllchen hatten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes bereits in der ersten Woche in den Wohnvierteln rund um die IGA-Zugänge verteilen können und auch ein Blick auf den Park & Ride -Stellplatz der IGA an der L33 in Hönow verriet: Ausreichend genutzt wird der mit Shuttle-Bussen angefahrene Parkplatz kaum – geschätzte 100 PKW´s fanden an den jeweiligen Veranstaltungstagen den Weg auf diese Fläche. Sieben Euro Gebühr kostet hier der Stellplatz für den gesamten Tag inklusive Shuttlefahrt zum IGA-Gelände pro geparktem PKW. Allein die Gegenrechnung über 30 Euro Strafe hätte laut IGA-Planern zur Abschreckung genügen sollen, damit nicht in den Anliegerzonen in der Nähe des Geländes geparkt wird. Das funktioniert so aber nicht, obwohl im Moment die Parkplatzsituation trotz Allem noch entspannt zu bleiben scheint.

Die IGA-Chefin

„Die allermeisten Besucher kommen doch tatsächlich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hierher. Für mein Empfinden ist die Parkplatzsituation hier nicht so dramatisch, wie es in den vergangenen Tagen dargestellt wurde“, sagt Katharina Lohmann, die IGA-Geschäftsführerin und ergänzt, „es gibt hier noch immer genügend Parkplätze für Nachbarn und Besucher.“ Eine Meinung, die durchaus auch einige Marzahn-Hellersdorfer Nachbarn teilen. „Es kam jetzt zwar zwei oder dreimal vor, dass wir uns einen entfernteren Parkplatz als gewohnt suchen mussten, aber von dramatischen Zuständen sind wir hier noch weit entfernt“, sagt Heinz Görgens, der gerade mal 200 Meter vom IGA-Haupteingang in der Erich-Kästner Straße wohnt. Dass jetzt zahlreiche IGA-Besucher auf der Suche nach einem Parkplatz durch die Wohnkieze kurven, stört ihn bislang auch nicht. Allein der Aufwand den die Park-Sheriffs nun mit der Absperrung der Anliegerstraßen und dem Freihalten der Behindertenparkplätze zu den bevorstehenden IGA-Stoßtagen haben werden, dürfte eine Nagelprobe darstellen, zu denen das aktuelle Parkraumkonzept konsequenter aufgestellt werden muss. „Wir müssen an der Auszeichnung des IGA-Parkplatzes noch gemeinsam mit der IGA nachbessern“, stellte Bezirksstadtrat Johannes Martin im Interview mit der Abendschau fest. Die Straßen-Beschilderung des Zentralen Parkplatzes der IGA sei noch nicht optimal. „Dazu müssen wir aber jetzt die Erfahrungen der letzten Tage auswerten“, so Bezirksstadtrat Martin.in der vergangenen Woche.

Keine Entschädigung

Der Abgeordnete Kristian Ronneburg (Linke) fordert indes zudem einem Tag der offenen Tür zur Entschädigung der Anwohner. Ein Vorschlag, dem IGA-Chefin Katharina Lohmann kaum Hoffnung auf Erfüllung machen kann. „Viele Nachbarn, die durch Bauarbeiten oder das Parkraumkonzept beeinträchtigt wurden, haben bereits Freikarten erhalten“, so Lohmann und ergänzt, dass es bereits für alle Besitzer der Park-Sondergenehmigungen das Angebot zum Kauf der ermäßigten Dauerkarten für 50 statt der üblichen 90 Euro gegeben habe.

Stefan Bartylla, Bild: Frank Knispel