Ein Masterplan für den Spreepark

Verkehrsanbindung bleibt größter Knackpunkt/ Linke-Politikerin lobt Bürgerbeteiligung bei der Vorbereitung der Rahmenplanung.

Eines ist sicher: Ein Freizeitpark im herkömmlichen Sinne wird der Spreepark nie wieder. Ansonsten sind viele Fragen offen. Die Grün Berlin GmbH hat als Ziel einen ‚Kunst- und Kulturpark mit wechselnden Nutzungen und Veranstaltungen ausgegeben, in dem sich auch einige Fahrgeschäfte und andere Merkmale der bisherigen Parklandschaft wiederfinden. Die Rahmenplanung für einen Ort mit „touristischer Strahlkraft“ erarbeitet die landeseigene Gesellschaft, die das Gelände Anfang vergangenen Jahres übernommen hat, gemeinsam mit Planungsbüros, Anwohnern, örtlichen Initiativen sowie Vertretern der Bezirkspolitik. Im Herbst wird sie vorgestellt.

Einige der Fahrgeschäfte sollen wieder flottgemacht werden

Vorrang für Busse

Kürzlich fand die zweite Planungswerkstatt mit geladenen Gästen statt, zuvor gab es zwei offene Dialogrunden mit Anwohnern. Die künftigen Angebote für die Gäste des Spreeparks war nur eines von vielen Themen. Der größte Knackpunkt ist die Verkehrsanbindung der 23 Hektar großen Anlage. Es geht um die Frage, wie möglichst viele Besucher angelockt werden, ohne dass die Anwohner rund um den Dammweg unter Staus und Parkplatznot leiden oder Umwelt und Natur im Plänterwald Schaden nehmen. „Bei der Anbindung des Spreeparks müssen öffentliche Verkehrsmittel Vorrang haben“, sagt die Bezirksverordnete Marina Borkenhagen (Die Linke). Sie schlägt einen Shuttle-Bus-Service ab den S-Bahnhhöfen Plänterwald, Altglienicke oder Baumschulenweg vor, denn das schmale Parkplatzangebot am Eingang Dammweg lässt sich schwerlich erweitern. „Neue Parkplätze im Wald zu schaffen ist ausgeschlossen, aber auch in der Bulgarischen Straße ist der Raum knapp“, sagt sie. Es sei allerdings nicht ausgeschlossen, dass der Zulauf, wie bei vergleichbaren Zielen, nach ein oder zwei Jahren abebbt. Eine weitere Idee: Besucher könnten von der östlichen Spreeseite mit Booten übersetzen, etwa zum Steg am Ende der Baumschulenstraße oder am Dammweg. Um die Besucherströme zu lenken, seien am Dammweg und in der Bulgarischen Straße neue Eingangsbereiche geplant. Borkenhagen: „Auf jeden Fall kommt es darauf an, die Verkehrsprobleme in enger Absprache mit den Bürgern zu lösen.“ Der bisherige Verlauf der Bürger- und Öffentlichkeitsbeteiligung stimmt sie zuversichtlich.

Das Mitglied des Umweltausschusses spricht von „einer neuen Qualität“, die es bei anderen Großprojekten vermisst habe. Die Grün Berlin kündigt eine weitere Dialogveranstaltung an, der Termin wird noch bekanntgegeben. Der Projektmanager Christian Pfeuffer ruft Anwohner und Interessierte auf, sich schon vorab einzubringen, wenn sie etwas zu bemängeln oder vorzuschlagen haben. Der VEB Kulturpark Plänterwald wurde 1969 errichtet und war der einzige Vergnügungspark der DDR. Pro Jahr kamen bis zu 1,7 Millionen Besucher. 2001 wurde der Freizeitpark geschlossen.

Nils Michaelis, Bild: Jakob Schmidt, Titelbild: Manuel Frauendorf