Bekannte Namen fördern Schulprojekt in Burkina Faso

Dieses Porträt der Schauspielerin Romy Schneider wird versteigert

Rotary Club Berlin – Gedächtniskirche veranstaltet zweite Kunstauktion zugunsten einer afrikanischen Dorfgemeinschaft.

„Jeder ist eingeladen“, betonen der Präsident des Rotary Club Berlin-Gedächtniskirche Michael Brüne und der künstlerische Leiter der Kunstauktion Sven Hoffmann. Am 13. Mai, 19 Uhr, wird in den Räumen von PricewaterhouseCoopers, Kapelle-Ufer 4, für jeden erwerbbare Kunst von renommierten Künstlern zum Ersteigern angeboten.

Großer Raum

„Fotografie ist eine eindeutige und in unserer Zeit vertrauteste Form der Kommunikation. Facebook, Instagram, Twitter – die sozialen Medien leben geradezu davon. Gerade deshalb haben wir der Fotografie einen großen Raum in unserer Kunstauktion eingeräumt“, erklärt Brüne. Da lässt sich Romy Schneider neben Konrad Adenauer entdecken. Joseph Beuys hängt neben Harald Juhnke, Samuel Beckett, Maria Callas, Klaus Kinski, Willi Brandt und Jimi Hendrix. Dazu gesellt sich der bekannte Architekt Diébédo Francis Kéré, dessen Schulprojekt in Burkina Faso und dem Dorf Gando im Fokus der Kunstauktion steht. Der von Kéré mit begründete Verein „Schulbausteine für Gando e.V.“ wird auch in diesem Jahr von dem Erlös der Rotary-Auktion unterstützt, so dass die dortige Abwasseraufbereitung verbessert werden kann.

Teilendes Miteinander

„Diébédo Francis Kéré ist ein deutscher Architekt, der in Burkina Faso geboren wurde.“ Dieses Zitat aus Wikipedia umschreibt in aller Einfachheit die Idee der Rotary Clubs auf der ganzen Welt: das verbindende und das teilende Miteinander, das keine Grenzen kennt, sondern Brücken baut. Und nicht umsonst ist Francis Kéré geradezu ein Vorbild für dieses „Spagat“. „Er konnte in Berlin studieren, hat selbst ein Architekturbüro in Berlin, aber er lebt und arbeitet für – besser gesagt – mit den Menschen in seinem Dorf“, erklärt Sven Hoffmann. „Kéré erarbeitet dort mit der Dorfgemeinschaft seine Projekte, die der Nachhaltigkeit und dem natürlichen Klimakonzept gewidmet sind. Da kann man nur staunen, wenn natürliche Klimaanlagen im architektonischen Konzept enthalten sind.“

Geschichtete Steine

Deutschland – Burkina Faso, Berlin – Gando ist eine Brücke, die als länderübergreifende Idee in der Ausstellung immer wieder aufgegriffen wird. So wuchs der Fotograf Will McBride in Chicago auf, war zwischen 1953 und 1955 in Würzburg stationiert und hatte die Städte Berlin, München und Frankfurt zu seiner Wahlheimat auserkoren. Sein Konrad Adenauer ist schwarz-weiße Zeitgeschichte, sein Foto wird zu einem Gedankenauslöser, der geradezu von den geschichteten Steinen der Trümmerfrauen zum heutigen Gebäude des Deutschen Bundestags in Berlin führt. Steine bewahren und Wasser lässt wachsen.

Eigenes Haus

Der Verein „Schulbausteine für Gando e.V.“ ist eine Idee, die auf dem Teilen von Wissen beruht. „Wenn Menschen die Möglichkeit erhalten, beim Bau eines Projektes Wissen und Fähigkeiten zu erlangen, so können diese auf das eigene Haus oder auf gemeinschaftliche Bauprojekte übertragen werden. Das ist, was Kéré in sein Dorf gebracht hat“, meint Sven Hoffmann. „Da wird ein Stein ins Rollen gebracht, der sich von selbst fortbewegt. Wie das sehr „schlaue“ Projekt der Mangobaumplantage in Gando“. Weitere Informationen unter: www.fuergando.de

Red., Bild: Helga Kneidl