Neue Wege für Radfahrer

Bezirk investiert in die Radinfrastruktur.

Mit schnelleren Verbindungen sollen in allen Berliner Stadtteilen Netze aus Fahrradstraßen und Radschnellwegen geknüpft werden. Vorschläge für mehr als 130 Kilometer wurden bereits über die Internetplattform fahrradnetzberlin.de gesammelt, um sie für die Umsetzung von Senats- und Bezirkspolitik prüfen zu lassen. Ein Blick auf die Karte dieser Internetseite offenbart ein Loch in den Planungen und Vorschlägen ausgerechnet in den östlichen Berliner Stadtregionen.

Der Vorwurf

Fehlendes Engagement für dieses Thema bei ihrem Bezirksamt bemängelt der Kreisverband der Marzahn-Hellersdorfer Bündnis 90 / Die Grünen. Die fordern jetzt das Bezirksamt auf, Sitzungstermine für einen bereits vor zwei Jahren angeregten FahrRAT zu nennen, um die Erstellung des beschlossenen Radwegekonzepts in Abstimmung mit Anwohnern und Radfahrern in naher Zukunft zu starten. Auf Antrag der grünen Bezirksverordneten Cordula Streich beschloss die BVV Ende März, das Bezirksamt solle drei neue Termine für Sitzungen des FahrRATes jetzt festlegen – schließlich stehen ganz aktuelle Investitionszuweisungen für den Radweg Lea-Grundig-Straße an der Straßenbahntrasse nördlich Wuhletalstr. 2 (160.000 Euro), für den Radweg Hoyerswerdaer Straße bis zur Landesgrenze (Kosten: 200.000 Euro) sowie für einen Schutzstreifen am Radweg Marzahner Chaussee (Kosten: 400.000 Euro) zur Verfügung.

Die Investitionen

Dem Vorwurf, dass der Bezirk sich zu wenig um das Radverkehrsthema kümmere, widerspricht der verantwortliche Stadtrat für Wirtschaft, Straßen und Grünflächen, Johannes Martin (CDU), vehement. „Seit Bestehen des Radwegeprogramms bei der heutigen Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz wird aus den hier zur Verfügung gestellten Mitteln regelmäßig in das Radwegenetz investiert“, so Martin und ergänzt, dass darüber hinaus auch stets alle bezirklichen Investitionsmittel, Unterhaltungsmittel sowie Mittel aus sonstigen Förderprogrammen in die Radverkehrsinfrastruktur geflossen sind. „Im Vergleich zu anderen Regionen hat Marzahn-Hellersdorf ein gutes Radwegenetz entlang der Hauptverkehrsstraßen und da besonders bei den Verbindungen zu den Brandenburger Umlandgemeinden“, erläutert der Stadtrat. Allein der bauliche Zustand sei sehr unterschiedlich und es bestünden noch örtliche Lücken im Radwegenetz. In Bau befänden sich aktuell die Radverkehrsanlagen im Straßenzug nördlicher Blumberger Damm und Wuhletalstraße. Die Planungen für Radwege an der Pilgramer Straße (Bau 2018), in der Eisenacher Straße (ab 2019) und in der Hellersdorfer Straße (Bau 2020) seien in Arbeit. „In Kürze wird auch der Bau der Rad- und Gehwegverbindung zwischen Boulevard Kastanienallee und Ridbacher Straße starten, die in diesem Jahr fertig gestellt werden soll. Auch die Sanierung des Radweges in der Oberfeldstraße soll in diesem Jahr fortgesetzt werden“, so Martin.

IGA-Radwege

Zudem wurden im Vorfeld der IGA erst kürzlich mehrere Radwege saniert beziehungsweise neu gebaut: Am Blumberger Damm, an der Hellersdorfer Straße, dem Gottfried-Funeck-Weg sowie einer Verbindung zwischen Alter Hellersdorfer Straße und dem Wuhletalwanderweg seien Radwege ausgebaut worden.

Stefan Bartylla, Bild: Imago / Pemax