Park wandelt sich nur langsam

Bürgerpark Pankow: Neuer Verein sammelt frische Ideen von Alt und Jung.

Christian Friedrich plädiert dafür, die großen Probleme in kleinen Schritten anzupacken. „Der Bürgerpark ist ein Beispiel dafür”, sagt er. „Ein Geschenk an die Bürger, das wir heute und morgen nachhaltig entwickeln und sichern wollen.” Dies brauche neben frischen Ideen auch tragfähige Konzepte. Friedrich ist Vorsitzender des „Bürgerparkinitiative Pankow e.V.” – ein noch junger Verein, der aus dem Gerangel um den Park hervorgegangen ist. Lockere Aktivitäten gab es schon seit langem – doch so richtig in Fahrt kamen sie erst, als sich die Pankower im vergangenen Sommer von den Plänen des Senats und Bezirks-amts abgehängt fühlten und Pläne zur Ansiedlung einer Tierasyls bekannt wurden. Bürger-Unmut kochte hoch – sie wollten darüber mitbestimmen, was mit ihrem Park passiert.

Vom Tisch

Inzwischen sind diese Pläne definitiv vom Tisch, die damals Verantwortlichen nicht mehr zuständig. Vollrad Kuhn, Pankows neuer Grünen-Stadtbaurat, verfolgt andere Ziele: Vor allem gehe es darum, die Substanz der Parkanlage zu erhalten. Dazu gehören die Sanierung der historischen Pergola, des Rosengartens und der Wege. Der Bereich der ehemaligen Meierei sei vorerst nicht verfügbar. Die Räume würden weiterhin als Gärtnerstützpunkt genutzt und können kurzfristig nicht beräumt werden. „Allerdings suchen wir für dieses denkmalgeschützte Juwel ein tragfähiges, dauerhaftes Nutzungskonzept, um es vor dem Verfall zu bewahren”, sagt Kuhn. Genau das will die Bürgerinitiative auch und dabei Anlieger und Besucher breit einbeziehen. „Wir wollen einen Park für Alt und Jung und sammelten deshalb zunächst Ideen von Alt und Jung”, sagt Friedrich. „150 Vorschläge gingen ein – darunter so schöne, wie der Wiederaufbau des historischen Portals an der Kreuzstraße, die bessere Erschließung des Parks für gehbehinderte Menschen oder eben auch die mit den essbaren Pflanzen.” Ihm ist wichtig, den Park als Denkmal zu würdigen und dennoch für die Zukunft fit zu machen. Allerdings ist ihm auch klar: Alle Ideen passen nicht gleichzeitig in den Park. „Er ist jetzt schon übernutzt; Fußballplätze beispielsweise gehen nicht mehr”, so Friedrich. Deshalb müssten auch Mauerstreifen und Schönholzer Heide bei den Planungen mitgedacht werden.

 Anfang ist gemacht

Zwar wird es vorerst kein amtliches Bürgerbeteiligungsverfahren geben. Aber die ersten, alles in allem konstruktiven Gespräche mit Bürgermeister Sören Benn und Baustadtrat Vollrad Kuhn haben die Bürgerinitiative ermutigt, sich aktiv in die Parkgestaltung einzubringen. „Wir werden zwischen Bürgern und Amt vermitteln und die nötigen Gelder einfordern”, verspricht Friedrich. Doch erst mal ist Frühjahrsputz: Wer seinen Park liebt, kann dabei sein – am Samstag, 22. April, um 11 Uhr geht’s am historischen Haupteingang los. Die „Bürgerparkinitiative” hofft auf
viele Helfer.

Jürgen Zweigert, Bild: Bürgerparkinitiative Pankow