Mehr als eine Woche Kunst

Festival: Planungen für „Acht Tage Marzahn“ laufen auf Hochtouren.

Neukölln gönnt sich in jedem Sommer 48 Stunden Kunst – in Marzahn sollen es bei einem ähnlich gestalteten Festival gleich mehr als eine Woche mit Veranstaltungen, Performances und einer Ausstellung werden. „Acht Tage Marzahn“ nennt sich das Kunstfest, das vom 1. bis zum 8. Juli diesen Jahres Kunst und Kultur aus dem Bezirk an Orten im Umfeld der Marzahner Promenade zeigen wird. „Unser Festival soll Arbeiten aus den Bereichen Fotografie, Performance, Installation und Sound beinhalten“, erläutert Karoline Köber, Mit-Organisatorin des Kunstfestivals, den derzeitigen Stand der Planungen. Marzahn stehe für viele Gegensätze: Dichte und Freiraum, Statik und Umbruch, Klischee und Wirklichkeit und „für uns alle ist Marzahn auch der Ort der eigenen Kindheit und Jugend“, so Köber weiter.

Dafür begeben sich die Künstler in das Siedlungsgebiet entlang der Marzahner Promenade, um dieses physisch, künstlerisch oder stimmlich zu erforschen: „Wie klingt Marzahn?“ werden sich zum Beispiel Soundkünstler fragen, die die bezirksspezifischen Geräusche in Klänge übersetzen werden. Schon jetzt ist die Künstlerin Franziska Pester zurück in ihr Heimat-Hochhaus gezogen, um auf alte und neue Nachbarn zu treffen und nach Songmaterial für ihr Projekt „11 Stockwerke, 11 Songs“ zu suchen. Stefan Kirste will Fotografien über das Aufwachsen und Erwachsenwerden präsentieren und möchte damit nicht nur ein persönliches Porträt, sondern auch eines der Bezirkstopographie und deren Wandel schaffen.

Räume füllen

Auch alle weiteren künstlerischen Arbeiten werden sich im Spannungsfeld zwischen realer Topografie und dem imaginären Raum bewegen, und werden sich in Form von Erinnerungen und Erzählungen darstellen. Diese könnten dann in leerstehenden Ladenflächen entlang der Marzahner Promenade und auf dem Viktor-Klemperer Platz präsentiert werden. Darüber hinaus soll es auch ein vielfältiges Rahmenprogramm geben. So soll es eine Lesung in der Kiezkneipe Lucky Inn geben, bei denen Texte zum Thema „Urban Legends – Mythen und Legenden aus Marzahn“ vorgetragen werden. Auch Ein Open Air Kino ist geplant, das an der Marzahner Promenade aufgebaut werden soll, damit Leute direkt von ihrem eigenen Balkon zuschauen können. Geführte Radtouren sollen von Ortskundigen angeboten werden, Künstlergespräche dienen dem Kennenlernen und Vermitteln.

Die meisten der Veranstaltungen sollen im öffentlichen Raum stattfinden und kostenlos sein. Wichtig sei vor Allem der Einbezug der vor Ort ansässigen Akteure und der Nachbarschaft. „Bei der Durchführung des Festivals im Juli würden wir uns über helfende Hände sehr freuen“, sagt Köber, deren Verein noch fleißig am Programm für die „Acht Tage Marzahn“ arbeitet und mehr Details in den kommenden Wochen präsentieren will.

Red / Stefan Bartylla, Bild: Promo/Acht Tage Marzahn