Adieu, kleiner Fritz!

Berliner trauern um den toten Liebling.

Er wurde gerade mal vier Monate alt. Das Berliner Eisbär-Baby Fritz starb am Montag gegen 20 Uhr an multiplem Organversagen. Am Morgen hatten ihn Pfleger mit starken, krampfartigen Bauchschmerzen in seinem Stall im Tierpark gefunden und sofort in das benachbarte Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung gebracht. Auf der Intensivstation kämpfen Ärzte dann stundenlang um das Leben des kleinen Eisbären – vergeblich. Die Leber des Tieres soll krankhaft vergrößert gewesen sein. Die genaue Todesursache könne aber erst nach einer Obduktion ermittelt werden. „Wir konnten ihm nicht mehr helfen, sind fassungslos, sehr traurig und deprimiert. Es ist unglaublich, wie schnell uns dieser kleine Eisbär ans Herz gewachsen ist“, sagt Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem.

Berlin geschockt

Obwohl Fritz nicht einen einzigen Liveauftritt hatte und er bisher nur auf Fotos vorgestellt wurde, war er bereits der Star im Tierpark und der Liebling der Besucher geworden. Mit seinem wuscheligen Fell, den schwarzen Knopfäuglein und den tapsigen Minipfoten verzauberte er die Berliner. Seine Geburt war eine Sensation. Eisbärin Tonja hatte im November 2016 Zwillinge zur Welt gebracht, wobei eines der Jungtiere kurz danach starb. Nur Fritz überlebte, er war der erste Eisbärennachwuchs im Berliner Tierpark seit 22 Jahren. Alles war bereits für Fritzchens große Show vorbereitet. In ein paar Tagen sollte er im extra für ihn umgebauten Außengehege seinen ersten öffentlichen Auftritt haben. Dann die Schocknachricht aus dem Tierpark: „Fritz ist schwer krank!“ Am Wochenende zuvor hatte es erste Anzeichen dafür gegeben, dass irgend etwas mit dem Eisbären-Baby nicht stimme. Der sonst so quirlige Fritz hatte in der hinteren Ecke des Stalls gelegen und wollte sich nicht bewegen. Am Montag um acht Uhr fanden Pfleger schließlich den kleinen Eisbären völlig apathisch neben seiner Mutter Tonja. Baby und Mutter wurden sofort getrennt, Im Leibniz-Institut wurden umfangreiche Untersuchungen gemacht. Ultraschall, CT und Röntgenuntersuchungen ergaben zunächst keinen eindeutigen Befund – das Blutbild zeigte jedoch besorgniserregende Leberwerte.

Vergeblicher Kampf

Dr. Andreas Pauly und Pflegerin Jeane Falkenberg hatten den ganzen Tag auf der Intensivstation der Tierpark-Klinik um das Leben des kleinen Eisbären gekämpft. Aber Fritzchens Zustand verschlechterte sich immer mehr. Gegen 19.30 Uhr wurde sein Atem unregelmäßig, weder Sauerstoff noch eine Herzdruckmassage konnten das Leben des Eisbären retten. Um 20 Uhr schloss Fritz für immer seine Augen.

Stefan Bartylla, Bild: Tierpark Berlin