Kampf gegen Kinosterben

Kultur: Die Initiative „Kino für Moabit“ braucht dringend Unterstützung.

Früher haben in Moabit immer ungefähr zehn Kinos gespielt. Heute gibt es nur noch ein einziges – den Filmrauschpalast an der Lehrter Straße. Die Initiative „Kino für Moabit“ kämpft für die Filmkultur im Quartier. Denn viele Moabiter vermissen ein Kino im Bezirk, weiß Maren Dorner, Mitglied der Initiaitve und des entstandenen Vereins „Moabiter Filmkultur e.V.“ zu berichten. Für das Projekt sucht der Verein dringend Unterstützer, Förderer oder sogar feste Räumlichkeiten.

Förderung läuft aus

Vor mehr als fünf Jahren gründete die Initiative das Kinocafé Moabit. Das Motto: Filme von gestern für ein Kino von morgen. Das Angebot: Eine Nachmittagsfilmveranstaltung mit ausgesuchten Filmen aus der deutschen und internationalen Filmgeschichte. Es finden moderierte Gespräche statt, oft sind externe Referenten zu Gast. Das Publikum: Viele ältere Moabiter und alle Bewohner, die sich ein „Kino um die Ecke“ wünschen.Mit seinem monatlichen Termin hat sich das Kinocafé schnell als Moabiter Kulturinstitution etabliert. Nachdem es vier Jahre lang im Lokal Zunftwirtschaft zu Gast war, hat es 2016 im ehemaligen BVV-Saal im Rathaus Tiergarten eine neue Spielstätte gefunden. Anfangs privat initiiert, wurde das Kinocafé aus öffentlichen Mitteln gefördert. Der Erfolg vergrößerte das Angebot: Zum Kinocafé gesellte sich das Wanderkinoprojekt „Kino für Moabit“, das an wechselnden Orten im Stadtteil Filmabende veranstaltet. Die öffentliche Förderung des Gesamtprojekts läuft schrittweise aus. Das Kinocafé gibt es bereits nicht mehr, die Wanderveranstaltungen werden in reduzierter Form bis Ende des Jahres finanziert. „Aktuell suchen wir dringend Förderer für das Kinocafé“, sagt Maren Dorner. Das „Wunschkino“ soll Raum für Klassiker und Raritäten der Filmgeschichte sein sowie Treffpunkt für Generationen und Kulturen.

Vision von Kino

Zu einem besonderen Kinocafé lud der Verein in der vergangenen Woche ein, um auf die Dringlichkeit aufmerksam zu machen. Gezeigt wurde der Dokumentarfilm „Cinema – A Public Affair“. Ausgangspunkt des Films ist die Arbeit von Naum Kleiman, ehemaliger Direktor des Moskauer Filmmuseums. Er kämpft für eine Vision von Kino, das für ihn den Weg zu einer besseren Gesellschaft eröffnet. „Das Kino hat die Fähigkeit, aus Menschen Bürger zu machen“, sagt er. Der Verein hofft nun auf Kino-freunde, die bei der Fortführung des Projekts „Kino für Moabit“ helfen können und auf die Kulturstadträtin für den Bezirk Mitte, Sabine Weissler, die beim Kinofcafé in der vergangenen Woche vor Ort war und ein Grußwort sprach, in dem sie betonte, wie wichtig ein Projekt wie dieses in Moabit anzusehen sei.

sara, Bild: Moabiter Filmkultur e.V.