Festsaal Kreuzberg macht wieder Party

Kultur: Nach drei Jahren Pause zieht der Kult-Club ins ehemalige „White Trash“ am Flutgraben.

Drei Jahre hat der Festsaal Kreuzberg gesucht, jetzt hat er endlich ein neues Zuhause gefunden. In der Konzerthalle des ehemaligen „White Trash“ am Flutgraben in Treptow konnte vor wenigen Tagen die große Wiedereröffnung gefeiert werden. Rund 800 Gäste waren beim Konzert der „Robocop Kraus“ und der „Friends of Gas“ dabei. Sie sind alte Bekannte und traten schon vor einigen Jahren am ehemaligen Standort des Festsaals in der Nähe des Kottbusser Tors auf, bevor dieser 2013 ein Opfer der Flammen wurde.

Neues Musikangebot

Seitdem suchte der Festsaal einen neuen Partyort. Dieser wurde dann am Flutgraben gefunden, nachdem das „White Trash“ im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden musste. Der Betreiber will den Konzertsaal, der ehemals ein Autohaus war, nach seinen eigenen Vorstellungen gestalten. „Wir streben ein innovatives und interessantes Programm an, werden sowohl das Musikangebot, als auch die Gastronomie verändern“, sagt Festsaal-Chef Björn von Swieykowski. Das heißt: Weg vom Rock’n’Roll-Image und der Fast-Food-Gastronomie seines Vorgängers. Anstatt überwiegender Punk-Rock-Konzerte, wird das Musikangebot größer, sodass für jeden etwas dabei sein werde. Ganz klassisch wird es zukünftig auch Blues- und Jazzabende geben. Zudem werden auch andere Bühnenprogramme, wie Lesungen oder Comedy-Auftritte, stattfinden, die es so im White Trash nicht gegeben hat. „Das Musikprogramm wird aber nach wie vor dominieren“, versichert Swieykowski.

Biergarten bleibt

Auch die Speisekarte des Restaurants wird sich verändern. Statt US-Burger, klassische Gerichte wie magere Entenkeule mit Humus oder Kalbsrippchen. Die Karte soll zukünftig noch erweitert werden. Der Festsaal plant auch, anders als im White Trash, die Konzerthalle vom Restaurant zu trennen. Der Biergarten wird im Sommer ebenfalls wieder in Betrieb genommen. Was letztendlich vom White Trash bestehen bleibt, sind die Räumlichkeiten und die Einrichtung. Swieykowski weist auch darauf hin, dass rund 75 Prozent des ehemaligen Personals übernommen wurde. Noch steht der Festsaal in den Startlöchern, bislang wurden erst Dekorationen entfernt und kleinere Umbauarbeiten vorgenommen. Doch die neuen Betreiber klingen vielversprechend auf ihrer Homepage:„Die der aktuellen Entwicklungsphase innewohnende Spannung lässt sich leicht mit Bier und ähnlichem lindern“, heißt es. Und sie versprechen einen Ort, an dem musiziert, diskutiert und geboxt wird.

Marley Lackermann, Bild: imago/Votos-Roland Owsnitzki