Die Mängel-App kommt an

Durch die Smartphone-Übermittlung steigt die Zahl der angezeigten Missstände rapide.

Über 124.000 Mängelanzeigen gingen im vorigen Jahr über das neue Online-Portal bei den Berliner Ordnungsämtern ein. 22.000 Meldungen erfolgten allein über die Mitte 2016 eingeführte Mängel-App. Spitzenreiter wurde 2016 Mitte mit rund 24.000 gemeldeten Missständen, gefolgt von Neukölln mit etwa 21.000. In Charlottenburg-Wilmersdorf wurden im Vorjahr 7.803 Misstände online angemeldet.

Fotofunktion beliebt

Die größten Aufreger waren vor allem die großen, illegalen Müllhalden, die per Handy-Foto angezeigt wurden. Über 900.000 Euro hat die Einführung des Ordnungsamt-Portals samt App gekostet. Aus dem Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf heißt es als Fazit: „Seit der Einführung der Ordnungsamt-App ist die Anzahl der eingehenden Meldungen um etwa 300 Prozent gestiegen. Des Weiteren nutzen viele Personen die Fotofunktion, sodass der jeweiligen, entsprechenden Meldung direkt ein Foto beigefügt wird, welches für die Weiterbearbeitung sehr hilfreich ist. Die Ordnungsamt-App ist inzwischen im Bezirk ein häufig genutztes Instrument für Meldungen an die Berliner Ordnungsämter geworden und hat sich unseres Erachtens etabliert.“ Seit 2015 können Berliner Bürger online eine Meldung über das Serviceportal berlin.de an die Ordnungsämter übersenden. Am 1. Juli 2016 ist dies auch mobil über eine App (Android und iOS) möglich. Derzeit nutzen elf von zwölf Berliner Bezirken das IT-System, nur in Steglitz-Zehlendorf ist die Umstellung auf das neue System noch nicht abgeschlossen.

Arbeit erleichtert

Mit der neuen App können Bürger mit wenigen Klicks zum Beispiel illegale Mülldeponien, Lärmbelästigungen oder Falschparker melden. Anzeigen können dabei auch anonym abgegeben werden – wer jedoch den aktuellen Status seiner Meldung erfahren möchte, muss zumindest die eigene E-Mail-Adresse angeben. Nutzer können für eine Meldung beim Ordnungsamt entsprechende Fotos hochladen, oder sie können sich sogar aktuelle Meldungen aus der Nähe anschauen. Für die Mitarbeiter der Ordnungsämter in den Bezirken wächst so zwar die Zahl der Meldungen. Auf der anderen Seite vereinfacht sich allerdings auch die Arbeit pro Anzeige: Online-Meldungen müssen schließlich nicht mehr wie bei Anrufen, Faxen oder persönlichen Kontakten umständlich in das System eingegeben werden, stattdessen werden sie mit wenigen Klicks direkt an die zuständige Stelle im Bezirk oder bei
der BSR weitergeleitet.

Daniel Seeger/mh, Bild: Stefan Bartylla