Japan erleben in Berlin

Festival: Von den Samurai bis zu den Cosplayern.

Die Kunstform „Geta Dance Art“ dürfte vielen hierzulande kein Begriff sein. Die Tanz-Künstlerin Miyuki Matsunaga choreografiert diese japanische Ausdruckskunst in farbenfrohen Kimonos auf Geta-Sandalen, mit Fächer, Schirm und Schwert. Tanz und Schauspiel verschmelzen mit „Chakra“-Gesang, Kalligrafie und den Klängen traditioneller japanischer Musikinstrumente: mit Taiko-Trommeln, der Bambus-Flöte Shakuhachi und dem Lauteninstrument Shamisen.

400 Künstler

Miyuki Matsunaga ist Special Guest des inzwischen achten Japan-Festivals Berlin am 21. und 22. Januar in der Urania, An der Urania 17. Das Festival zeigt die künstlerische und kulturelle Vielfalt Japans. Über 400 Künstler, Musiker und Akteure liefern in zwei Konzertsälen auf zwei Bühnen 36 Stunden lang ein Non-Stop-Live-Programm. Miyuki Matsunaga lebt heute in Los Angeles und reist für ihren Auftritt beim Japan-Festival extra und erstmals nach Berlin. Vor etwas über zehn Jahren hat Christian Wagner das Japan-Festival Berlin ins Leben gerufen – und damit etwas geschaffen, für das es berlin- und bundesweit kaum Vergleichbares gibt. „Die Hälfte der Besucher kommen von außerhalb aus dem gesamten Bundesgebiet“, sagt Wagner. Die Idee für das Festival kam ihm unter anderem wegen seiner Begeisterung für japanische Filme und die vielfältige Geschichte des Landes zwischen Tradition und Moderne. „Dazu gehören auf dem Festival zum Beispiel die sogenannten Cosplayer – junge Menschen, die sich knallbunt als Manga- oder Phantasiefiguren verkleiden“, so der Veranstalter.

80 Aussteller

Das Programm auf dem Japan-Festival ist eng getaktet, mit Höhepunkten wie den Taiko-Trommlern von Tengu Daiko, einer traditionellen Kimono-Modeschau mit Ann-Dorothee Schlüter sowie zahlreichen Kampfkunst-Präsentationen von japanischer Schwertkunst über Aikido, Kendo, Iaido, Karate, Naginata, Ju Tai Jitsu bis hin zu ruhigen Darbietungen: Sumi-e, Ikebana, Shakuhachi und Haiku. Dazu präsentieren über 80 Aussteller auf vier Ebenen „Japanisches“ von Bonsai über japanischen Tee und Sake bis hin zu Tourismus-Infos oder kulinarischen Köstlichkeiten wie Sushi, Onigiri, japanische Matcha-Schokolade und Backwaren.

Informationen

Die Tageskarte kostet am Samstag 15 Euro, am Sonntag 14 Euro, das Two-Day-Ticket 26 Euro. Senioren, Schüler und Studenten erhalten an der Tageskasse drei Euro Rabatt. Erhältlich sind die Tickets sowohl im Vorverkauf an allen Theaterkassen, an der URANIA-Kasse und online: www.japanfestival.de.

Daniel Seeger, Bild: Scantinental