Die Angst wohnt mit

Einbruch: Diebes-Bande hat erneut in Lichtenrade zugeschlagen.

Ein ganz normaler Feierabend im Winter, dunkel und kalt. Janine W. hat endlich die Wohnungstür erreicht, sehnt sich nach Ruhe auf dem Sofa. Beim Betreten ihrer Wohnung kommt ihr etwas seltsam vor. Sie knipst das Licht an und sieht die Balkontür weit offen. Unterlagen liegen verstreut auf dem Boden. Schubladen wurden durchwühlt. „Hier wurde eingebrochen“, schießt es ihr durch den Kopf. Seitdem lebt die Vorstellung, dass Fremde in ihrer Wohnung waren, jeden Tag mit – auf dem Weg ins Bett, ins Badezimmer. Und beim Aufschließen der Wohnungstür fährt ihr stets ein Schauer über den Rücken.

Schock sitzt tief

In der vergangenen Woche haben sich bisher unbekannte Diebe in der Kettinger Straße in Lichtenrade Zugang zu vier Wohnungen verschafft. Sie stahlen kleine Gegenstände, die schnelles Geld versprechen. Janine W. und ihr Verlobter wurden um eine wertvolle Uhr und Bargeld beraubt. Janine W. ist noch immer geschockt. „Die Fingerabdrücke überall, die Spuren der Diebe im Schnee – das alles spult sich wie ein Film vor meinem inneren Auge ab.“ Sie appelliert an die Nachbarschaft, Alarm zu schlagen, wenn auffällige Personen sich in der Wohngegend herumtreiben. „Es ist sehr ruhig hier, man kennt die Gesichter der Nachbarn. Wenn uns irgendjemand komisch vorkommt, sollten wir reagieren“, so die 31-Jährige. Lichtenrade wird für Einbrecher immer beliebter. Laut Kriminalitätsatlas aus dem Jahr 2015 (für 2016 ist er noch nicht publiziert) verzeichnete die Polizei 227 Wohnraumeinbrüche, das sind 101 mehr als in 2014. Damit stieg die Einbruchsrate um satte 80 Prozent. Wohnhäuser am Rand von Siedlungsgebieten mit verdeckten Annäherungs- und Fluchtmöglichkeiten, oder solche, die mangelhaft gesichert sind, sind laut Polizei im Visier der Diebe. Eine gewisse Technik zum Abwehren von Einbrüchen haben Janine W. und ihr Verlobter sogar einbauen lassen, als sie vor einem Jahr in die Wohnung eingezogen sind. „Schließlich wurde hier zuvor bereits zweimal eingebrochen“, weiß sie von ihrem Vermieter. An diesem Tag vergaß das Paar beim Verlassen der Wohnung jedoch, den Sensor „scharfzuschalten“. Trotzdem habe das Gerät die Bewegung der Diebe in der Wohnung aufgezeichnet. Exakt 20 Minuten haben sie sich darin aufgehalten. Nur zehn Minuten, bevor Janine W. nach Hause kam, verließen sie die Wohnung über die Terrasse, die zum Garten führt.

Weitere Informationen

Beratungsstelle Einbruchschutz | Platz der Luftbrücke 5
? (030) 46 64 97 99 99 | ? einbruchschutz@polizei.berlin.de

Sara Klinke, Bild: Getty Images/iStockphoto/kzenon