Freie Fahrt auf der Freybrücke

Sanierung: Nach vier Jahren rollt der Verkehr endlich wieder ohne Staus über die Havel .

Zehntausende Autofahrer haben diesen Tag herbeigesehnt: Nach fast vierjähriger Bauzeit wurde die Freybrücke endlich wieder für den Verkehr frei gegeben. Mehr als 50.000 Autos und mehrere Buslinien quetschten sich täglich durch das Baustellen-Nadelöhr über die Havel. Bis zum Sommer soll die Behelfsbrücke demontiert, die Geh- und Radwege inklusive Geländer fertig sein. Und noch eine erfreuliche Nachricht: Der Etat von 33 Millionen Euro wurde eingehalten.

Historischer Moment

Im Beisein der Staatssekretäre Rainer Bomba und Jens-Holger Kirchner rollten die ersten Autos und der erste BVG-Bus über den frischen Asphalt des 158 Meter langen und 24 Meter breiten Neubaus. „Ein historischer Moment“, freute sich der frischgebackene Baustadtrat Frank Bewig (CDU). Wegen des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz wurde auf eine aufwändige Eröffnungsfeier verzichtet. Ab Sommer wird der Verkehr auf der Heerstraße dann wieder über fünf Fahrspuren rollen. „Die Verkehrsführung wird so geschaltet, dass morgens drei Spuren aus Spandau stadteinwärts führen und zwei nach Spandau rein, abends zum Feierabendverkehr ist es dann umgekehrt“, erklärt der CDU-Abgeordnete Peter Trapp.

Chaos beseitigt

2013 hatten die Bauarbeiten begonnen und sollten eigentlich 2015 beendet sein. Aber dann tauchten immer wieder neue bauliche Probleme und Schäden an der Eisenkonstruktion auf. 2014 musste die Brücke aus Sicherheitsgründen sogar für Laster und Busse gesperrt werden. Minibusse ersetzten die Großen Gelben der BVG, Lkw mussten lange Umwege in Kauf nehmen. Zuletzt drohte auch der aktuelle Termin zu kippen, weil die Witterung zu feucht und kühl war. Also arbeiteten die Tiefbauer eine Weile unter einem riesigen Zelt, damit der Asphalt geschützt wurde. Ohne diese Maßnahmen hätte die Freybrücke nicht rechtzeitig eröffnet werden können, bestätigt Petra Rohland von der Senatsverwaltung.

Schon mal zerstört

Von den Gesamtkosten von 33 Millionen trägt die Bundesfernstraßenverwaltung rund 16,2 Millionen Euro, die Bundeswasserstraßenverwaltung 11,4 Millionen Euro und das Land Berlin 5,4 Millionen Euro. Die alte Freybrücke war 1911 eröffnet worden – sie wurde Ende des Zweiten Weltkriegs zerstört. Die Wehrmacht hatte die Brücke gesprengt, um russischen Einheiten den Weg nach Berlin zu versperren. Der Wiederaufbau der zerstörten Freybrücke dauerte von 1948 bis 1951.

Autor und Bild: Anke Walter