Rasante Jagd auf dem Holzoval

Radsport: Erstmals startet das Sechstagerennen im Berliner Velodrom als Teil einer Rennserie.

Wenn die Glocke läutet und der erste Startschuss fällt, tobt die Halle. Seit jeher zählen Sechstagerennen zu den größten Spektakeln des Radsports. Und das liegt nicht nur am Spitzensport auf den Holzovalen und den Zehntausenden Zuschauern auf den Rängen, sondern auch an der langen Tradition: Seit Ende des 19. Jahrhunderts gibt es die packenden Veranstaltungen bereits – der Six Day in Berlin vom 19. bis 24 Januar ist mit seiner 106. Auflage das älteste Sechstagerennen der Welt. Es ist das besondere Regelwerk, das die Jagden auf der Radrennbahn so faszinierend macht: Mit starrem Gang und ohne Bremsen ziehen die Athleten ihre Runden. Seit den Anfängen hat sich daran nichts geändert. Der Rekord liegt bei 4544,2 Kilometern, 1924 von Richard Huschke und Franz Krupkat in Berlin aufgestellt. Ein Rekord für die Ewigkeit, denn heutzutage wird nicht mehr sechs Tage lang pausenlos am Stück gefahren. Heute ist der Six Day Berlin die modernste Form der Sechstagerennen: Das Rennen besteht im Hauptwettbewerb neben dem Zweiermannschaftsfahren aus den Teilwettbewerben Dernyrennen, Mannschaftsausscheidungsfahren, Wertungssprints, 1000-Meter-Mannschaftszeitfahren und Punktefahren.

Weltmeister und Olympiasieger

In über 100 Jahren war Berlin stets Schauplatz sportlicher Highlights: Unvergessen sind die Auftritte des Schweizers Bruno Risi, des Tour-de-France-Rekordsiegers Eddy Merckx aus Belgien, seines Landsmannes Patric Sercu oder der deutschen Tour-Helden Rolf Aldag, Olaf Ludwig und Dietrich Thurau. Auch diesmal sind zahlreiche Weltmeister und Olympiasieger dabei. „In Berlin werden wir viele Superstars wie etwa die Belgier Kenny de Ketele und Moreno de Pauw oder Topsrinter Maximilian Levy sehen“, sagt Valts Miltovics, Leiter des „Six Day Berlin“. Eingerahmt ist das ganze mit Livemusik und einem hochklassigen Entertainment-Programm – ganz nach der Tradition legendärer Sechstagerennen. Die besten Bahnfahrer der Welt treffen sich dabei in diesem Winter erstmals überhaupt zur „Six Day Series“, dem neuen Format im Sechstagerennsport. Die Serie setzt sich aus vier Six-Day-Events in verschiedenen europäischen Städten zusammen. Nach London und Amsterdam erreicht die Serie im Januar das Berliner Velodrom. Mark Darbon, Chef des britischen Veranstalters Madison Sports Group, will die über 100 Jahre alte Tradition mit dem neuen Serien-Format weiterentwickeln. „Eine Serie mit festen Events, festen Fahrerpaarungen und einem tollen Unterhaltungsprogramm erzeugt eine Geschichte, der die Fans auf der ganzen Welt folgen können“, sagt Darbon.

Finale auf Mallorca

Die Fahrer sammeln über den Winter hinweg Punkte, die besten zwölf Six-Day-Teams und die besten zwölf Frauen qualifizieren sich für die große Finalnacht auf Mallorca. „Mit einer festen Serie sind wir auf einem guten Weg“, sagt der Berliner Lokalmatador Andreas Müller. Das Urgestein strebt beim Six Day Berlin 2017 bereits seine 17. Teilnahme an. Für den Chef der Madison Sports Group Mark Damon ist dies erst der Anfang: „Unser Ziel ist es, eine neue Ära im Bahnradsport zu starten – mit den besten Fahrern der Welt, versammelt in einer attraktiven Rennserie.“

Weitere Informationen und Tickets gibt es online.

red, Bild: Drew Kaplan