Oberschöneweide hat ein Brücken-Problem

Die neue Spreebrücke wird erst Ende kommenden Jahres fertig – bis dahin wird es weiter viel Verkehr in Oberschöneweide geben.

Anwohner etwa in der Edisonstraße müssen sich mit dem Krach der Straße noch ein Weilchen länger herumschlagen. Entlastung sollte ab Frühjahr die neue Spreebrücke von der Rummelsburger Straße zur Köpenicker Landstraße bringen. Bisher konnte dort die Spree höchstens mit einer Fähre überquert werden. Wie der Senat jetzt mitteilte, verzögert sich die Fertigstellung der Brücke bis Ende kommenden Jahres.

Mangelhafte Leistungen

cr_lvs_trkp_50_spreebruecke2bGrund seien laut Bericht der Berliner Zeitung veränderte Montagetechnologie, ein kontaminierter Baugrund auf dem Gelände der früheren Chemiefabrik, Kampfmittelberäumung und mangelhafte Leistungen des Auftragnehmers. Probleme machen demnach auch die sehr hohe Auslastung der nötigen Spezialgewerke und der Fachkräftemangel. „Die aufwendigen und hoch komplizierten Bauverfahren zum Brückenvorschub können weltweit nur eine Hand voll Unternehmen, welche zum Teil über mehrere Monate ausgebucht sind“, sagt Senatssprecherin Petra Rohland. Trotz der zeitlichen Verzögerung werde der Kostenrahmen von etwa 50 Millionen Euro aber eingehalten.

37.000 Fahrzeuge

Die Spreebrücke soll als Teil der neuen Süd-Ost-Verbindung bis zur Autobahn A113 führen und eine wichtige Verbindung zum Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof herstellen. Täglich werden laut Senat etwa 37.000 Fahrzeuge die 420 Meter lange Brücke passieren – was den Verkehr in Oberschöneweide deutlich entlasten würde. Dort gehört die Edisonstraße zu den lautesten Straßen Berlins.

Brücke gesperrt

In Oberschöneweide bereitet außerdem die Brücke An der Wuhlheide über dem Knotenpunkt Treskowallee / Edisonstraße Probleme. Bei einer Bauwerksprüfung wurden Schäden an zwei Lagersockeln entdeckt. Aufgrund der nun vorliegenden Ergebnisse zur Betonfestigkeit musste die Brücke für Fahrzeuge mit über 3,5 Tonnen Gewicht gesperrt werden. LKWs können den parallel zur Brücke verlaufenden Straßenzug nutzen.

Daniel Seeger, Bild: Stephan Bartylla