Markthalle bleibt ein fester Anker

Tegel-Center: Keine flippige Shopping-Mall, sondern bodenständiges Einkaufszentrum.

Der Winter ist da, die Gerüchteküche brodelt weiter, Händler sind nach wie vor verunsichert: Was geschieht in der Gorkistraße? Obwohl Investor Harald G. Huth zu aktuellem Geschehen schweigt, ist eines sicher – eine „Mall of Tegel“ wird es hier nicht geben. Der bodenständige Charakter der Straße bleibt erhalten. Und auch die Pessimisten haben inzwischen erfahren, dass die beliebte Markthalle zwar zum Jahresende den beginnenden Bauarbeiten weicht, aber der Betrieb an einem anderen Ort weiter geht. Die Händler sollen temporär im Erdgeschoss der früheren Hertie-Filiale unterkommen – zu fairen Mieten und mit der Option, in spätestens drei Jahren in eine neue Markthalle auf der anderen Straßenseite zurückkehren zu können.

Das war lange nicht sicher

Die Huth-Gruppe hielt sich bedeckt und wollte sowieso erst Näheres dazu sagen, sobald sie die „Ankermieter“ fest hatte. Seit dem Frühjahr ist klar, dass mit Karstadt ein solcher Hauptmieter ins Tegel Center ziehen wird. Der Kaufhaus-Konzern steht zu seinem Wort, in Tegel nach 30 Jahren seine erste Neueröffnung anzupacken und will hier „den Standard für ein ganz neues Einkaufen schaffen“, wie es heißt. Offen ist derzeit allerdings noch, ob er ins alte Hertie-Haus zieht und ob dieses dann zwecks größerer Verkaufsfläche aufgestockt wird. Einen solchen „Ankermieter“ sah Investor Huth in der Markthalle zunächst nicht. Die Zukunft von 50 Mietern und 200 Arbeitsplätzen stand auf dem Spiel. Doch ganz offensichtlich überzeugte ihn das einhellige Ringen von Bürgern und Bezirksamt um den Erhalt der seit Jahrzehnten beliebten Einkaufsstätte. „Manchmal braucht es auch den Druck der Straße“, sagt der CDU-Abgeordnete Tim-Christopher Zeelen. Gemeinsam mit der Initiative „I love Tegel“ brachten sie in kurzer Zeit rund 14.000 Unterschriften zusammen. „Mit Rückenwind haben wir was Positives erreicht.

Und außerdem: Gibt es einen besseren Anker, als eine gut sortierte Halle, die täglich Hunderte und Tausende in die Gorkistraße lockt?“, fragt Zeelen. Karstadt und die Markthalle zusammen werden das Tegeler Einkaufszentrum deutlich attraktiver machen, ist er überzeugt.

Das wird noch dauern

Im Januar 2017 soll das 250-Millionen-Investment „Umbau Tegel Center“ beginnen; 2019 abgeschlossen sein. Doch noch liegt kein in allen Teilen prüfbarer Bauantrag vor und der Eigentümer hat noch nicht erklärt, wann er den Bürgern die Umbaupläne vorstellt. „Es gibt noch viele Tücken im Detail“, sagte Bürgermeister Frank Balzer (CDU) auf der vorletzten Sitzung der Bezirksverordneten. So müssten beispielsweise noch Fragen zum Thema Brandschutz, zu den Parkplätzen für Autos und Radfahrer, zur Höhe der Brücke geklärt werden.

Jürgen Zweigert, Bild: imago/Jürgen Ritter