Schnelle Ermittlung und harte Bestrafung

Brutalo-Tritte: Sicherheit muss als wichtiges Gut bewahrt bleiben.

Es sind Bilder, die schockieren: Auf einem Sicherheitsvideo der BVG ist zu sehen, wie eine junge Frau die Treppe zum U-Bahnhof Herrmannstraße hinab steigt. Hinter ihr tauchen drei Männer auf. Einer von ihnen steigt ihr nach und tritt ihr völlig unvermittelt in den Rücken. Die Frau stürzt, die Männer schauen sich die Szene noch kurz an und verlassen ruhig und gelassen den Ort. Seit wenigen Tagen ist dieses Videomaterial mit der Tat vom 27. Oktober von der Polizei zur Veröffentlichung freigegeben worden. Inzwischen wurde auch einer der Männer festgenommen und vernommen. Wegen mangelndem Tatverdacht wurde dieser bereits am Dienstag nach mehrstündigen Verhören wieder frei gelassen. Die Staatsanwaltschaft geht im Moment davon aus, den Haupttäter jedoch in den nächsten Tagen fassen zu können

Die Politik

Auch Neuköllns Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) zeigte sich geschockt angesichts der Bilder von dem hinterhältigen Übergriff, bei dem das Opfer schwere Prellungen und einen Armbruch erlitt. „Es ist offensichtlich, dass beim geistigen Zustand dieses Täters – aus welchen Gründen auch immer – etwas schief liegen sein muss“, erklärte Giffey im Interview mit dem Berliner Abendblatt und räumt ein, „Ich glaube nicht, dass man genau so eine spontane, brutale Gewalttat mit noch mehr Sicherheitspersonal hätte unbedingt verhindern können.“ Dennoch sei der verstärkte Einsatz von Security-Personal immer für ein erhöhtes Sicherheitsempfinden von Fahrgästen und Bürgern sinnvoll. Eine Chance zur Verhinderung solcher brutalen Taten sieht Giffey insbesondere in der Prävention. „Bei solchen Bildern stellt sich doch immer die Frage: Wie kann es dazu kommen, dass ein Täter ein so komplett asoziales und brutales Verhalten an den Tag legt“, so die Neuköllner Bezirkschefin.

Präventionsprogramme in Schulen mit Buddy- und Mentoring-Projekten könnten dies aufgreifen und seien ein Mittel, um solchen Taten in einem gewissen Maße vorbeugen zu können. „Ob das alles speziell in diesem Fall eine Relevanz gehabt hätte, wage ich leider dennoch zu bezweifeln“, räumt Giffey ein und verwies auf weitere Maßnahmen: „Schnelle Ermittlungen und unmittelbar verhängte harte Strafen sind in solchen Fällen unbedingt angezeigt.“ Ein Täter, der sich so verhält, dürfe auf gar keinen Fall auf milde oder aufschiebende Strafen hoffen dürfen. „Im Sinne des Opfers und der gesellschaftlichen Verantwortung sind harte Strafen auch ein Signal, dass Gewalttaten keine Freifahrtscheine in unserer Stadt bekommen“, so Giffey. In einer gewissen Sicherheit hier leben zu können, sei ein hohes Gut und ein Vertrauen in die Funktionsfähigkeit der Stadt und müsse mit allen möglichen Maßnahmen erhalten werden.

Stefan Bartylla, Bild: Polizei Berlin