So schön könnte die Gropiusstadt sein

Stadtplanung: Jugendliche basteln ein virtuelles, modernes Wohnquartier.

Wie mache ich aus brachliegenden Grünflächen, seelenlosen Betonklötzen und einer öden Freizeitwüste ein lebendiges und lebenswertes Wohnquartier? Diese Mega-Aufgabe haben die Interactive Media Foundation (IMF) und die Produktionsfirma „Filmtank“ Jugendlichen aus ganz Deutschland gestellt. Für einen Wettbewerb wurden sie zu Stadtplanern, bastelten mit Hilfe des Computerspiels „Minecraft“ ihre eigene virtuelle Gropiusstadt. Die fünf besten Entwürfe wurden am vergangenen Wochenende bei der Virtual Reality Ausstellung in den Gropiuspassagen vorgestellt.

See mit Turm

Einer der Gewinner ist der 16- jährige Jakob Krüger, der mit seinem Projekt „Der große Park“ die Jury überzeugen konnte. Mit seinem Entwurf bringt er wieder Leben in die Grünfläche zwischen den U-Bahnhöfen Johannisthaler Chaussee und Lipschitzalle. Im Zentrum des Parks plant er einen See mit Aussichtsturm, sowie ein in die Landschaft integriertes Jugendhaus. Um die Natürlichkeit der Grünfläche zu erhalten, läßt Krüger den Jugendtreff mit der Landschaft verschmelzen. Das Haus sollte vor allem viele Freizeitmöglichkeiten bieten. In einer großen Küche kann gemeinsam gekocht werden, es soll eine Leseecke und Räume für Hausaufgaben und Projekte geben. Draußen sollten Spiel, Sport- und Grillplätze, sowie ein Amphitheater und Graffiti-Wände entstehen, an denen sich die Jugendlichen kreativ ausleben können. Ein kleiner Imbiss im nördlichen Teil soll durch die Einnahmen den Erhalt des Parks sichern. „Ein jeder soll ihn nutzen. Der Park soll das neue Lebenszentrum der Gropiusstadt werden“, verkündet der junge Stadtplaner in seinem Video. „Ich finde es cool, dass Jugendliche nach ihren Ideen gefragt werden, anstatt es nur den Profis zu überlassen.“

Mitgedacht

Andere Entwürfe verschönern ungenutzte Parkhausdächer und den Lipschitzplatz. Selma Tuzlali vom Quartiersmanagement Gropiusstadt ist Partnerin und Jurymitglied des Projekts. „Die Jugendlichen haben für sich, aber auch für andere Generationen mitgedacht“, lobt Tuzlali. Die nächste Hürde sei nun, den Senat von den Ideen zu überzeugen, so Michael Scheuerl von Filmtank. Er begleitet das Projekt weiterhin, bis es den Verantwortlichen und den Wohnbaugesellschaften vorgelegt wird. Die Neuköllner Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey ist von der Kreativität der jungen Leute begeistert: „Die Idee, Jugendliche durch einen Minecraft-Wettbewerb mit ins Boot zu holen, ist nicht nur innovativ, sondern auch erfolgsversprechend.“

Marley Lackermann, Bild: nteractive Media Foundation gGmbH