Ein Rohrbruch wird zum Albtraum

Schicksal: Der verzweifelte Kampf von Ute Mauer gegen ihre Hausverwaltung.

Seit drei Monaten ist das Leben von Ute Mauer buchstäblich abgesoffen. Der Albtraum begann am 15. September. Durch einen Rohrbruch in der Nachbarwohnung standen ihre Räume plötzlich knöchelhoch unter Wasser. Von einem Tag zum anderen wurde ihr gemütliches Zuhause in der Berlepschstraße eine unbewohnbare Tropfsteinhöhle. Dann kam der nächste Schock: Die Hausverwaltung weigerte sich den Schaden zu beheben, da die 57-jährige Frührentnerin keine Hausratversicherung habe. „Frau Mauer muss als Geschädigte nicht versichert sein. Zahlen muss immer der Schadensverursacher“, sagt Rechtsanwalt und Mietexperte Peter Werchan. Außerdem habe der Mieter auch einen Anspruch, dass die Wohnung so schnell wie möglich instandgesetzt wird. Peter Werchan sieht in dem Verhalten der Hausverwaltung eine grobe Verletzung der Instandsetzungspflicht, gegen die notfalls geklagt werden müsse.

Miete gezahlt

cr_lvs_stze_47_berlepschFür September und Oktober hatte Ute Mauer sogar noch die Miete voll gezahlt. Dabei hätte sie in diesem extremen Fall die Zahlungen vom ersten Tag an einstellen können. „Für die ersten Tage riet man mir in ein Hotel oder eine Pension zu ziehen. Die Kosten dafür würden dann später erstattet. Ich sollte das Geld nur vorschießen“, sagt die verzweifelte Rentnerin. Weil sie kein Geld hatte, zog sie erst einmal zu ihren erwachsenen Kindern in der Nachbarschaft. Ute Mauer machte sich selbst auf die Suche nach einer freien Wohnung in der Nachbarschaft. Durch einen Todesfall war im Nebenhaus eine Wohnung frei geworden. Das Problem: Die gleiche Hausverwaltung weigerte sich, die Wohnung vor Ablauf der gesetzlich gültigen Kündigungsfrist zur Verfügung zu stellen. Erst nach massivem Drängen gab sie schließlich nach. Sechs Wochen nach dem Schadensfall durfte Ute Mauer endlich einziehen. „Viele meiner Sachen waren da bereits verschimmelt“, sagt sie.

Vom Regen in die Traufe

Die Ersatzwohnung ist zwar trocken, dafür ist sie eine halbe Ruine, erzählt Mauer. Lose Drähte hängen aus den Wänden, die meisten Steckdosen sind defekt. Die Heizung lässt sich nicht abstellen und die Waschmaschine ist immer noch nicht angeschlossen. Die zuständige Hausverwaltung, von Rüden Immobilien GmbH, will sich zum Fall nicht äußern, man sei aber dran. Die Situation in dem Gebäude mit Wasserschaden sei kompliziert, weil sich die Zuständigkeiten unter verschiedenen Hausverwaltungen aufteilten. Immerhin: In diesen Tagen begann die Sanierung des Wasserschadens. Bis die Wohnung wieder beziehbar ist, werden Monate vergehen.

Stephan Bartylla, Daniel Seeger, Bilder: Stephan Bartylla