Das Erbe erhalten

Spreepark: Bürger und Planer vertiefen vorsichtig ihren Dialog.

Bürger und Planer haben sich jetzt auf der zweiten Dialogveranstaltung über ihre Ideen zum Spreepark ausgetauscht. Als Referenz präsentierten die Architekten dabei zunächst ihre bisherigen Projekte, etwa die Umgestaltung einer 200 Hektar großen Industriebrache zum Landschaftspark Duisburg Nord. „Wie im Spreepark war es dort das Ziel, mit dem besonderen Charakter der früheren Nutzung aktiv umzugehen und diesen als Grundlage einer Weiterentwicklung zu sehen“, sagt Christoph Schmidt, Geschäftsführer der Grün Berlin GmbH. Das Unternehmen hatte dieses Jahr den Spreepark übernommen. Erste etwas konkretere Ideen brachten die Architekten zur jetzigen Dialogveranstaltung natürlich auch mit: etwa ein eher labyrinthisches Wegesystem ohne große Wegeachsen. Besonders verfänglich war das natürlich noch nicht.

Denn auf der anderen Seite ging es auch den etwa 150 Bürgern auf dem Info-Abend um die Wahrung ihrer Erinnerung an den Vergnügungspark. Eine gewisse Skepsis über das Vorhaben klingt bei manchen dabei mit: „Die Planer sind erst seit kurzer Zeit mit der Sache beschäftigt und kommen alle von außen“, sagt etwa Manfred Mocker von der AG Pro Plänterwald. Er befürchtet, dass das Sammeln von Meinungen nur Alibi sei, um am Ende doch zu machen, was man will. Für den Schutz des Plänterwalds hat Mocker eine klare Vorstellung, was geht und was nicht – zu letzterem gehört zum Beispiel ein Schwimmbad am Ufer. Einen positiven Eindruck von der Veranstaltung hatte der Treptow-Köpenicker Abgeordnete Harald Moritz. „Das Alte mit neuem Leben zu erfüllen, halte ich für eine gute Herangehensweise“, sagt der Grünen-Politiker. Problematisch findet er, dass die Planer Spreeparkfläche und das berühmte Ausflugslokal Eierhäuschen als zusammenhängendes Projekt betrachten. „Sinnvoller wäre es, beides getrennt voneinander zu entwickeln und so ein ‚mitgehangen, mitgefangen‘ zu vermeiden.“ Damit der Park wieder als Erholungsort öffnen kann, muss noch viel getan werden. So müssen in den kommenden Monaten Altlasten auf dem Gelände beseitigt und Verkehrssicherungsmaßnahmen an Fahrgeschäften sowie der Zustand des Riesenrads geprüft werden. 2001 musste der Spreepark seine Pforten schließen. Aus der Ferne erinnert heute ein Riesenrad an glorreiche Zeiten.

Daniel Seeger, Bild: Dirk Laubner