Vorsicht ist geboten

Geflügelpest: Umzug der Tierpark- und Zoo-Bewohner ins Winterquartier startet etwas früher.

Am 8. November ist bei toten Wildvögeln in Deutschland erstmals das Virus der Vogel- Influenza H5N8 festgestellt worden. Seit dem 15. November gibt es vom Bezirksamt Lichtenberg die Anordnung für alle Geflügelhalter, ihre Tiere in Ställen unterzubringen. Gleiches gilt seit dem 16. November für den Bezirk Mitte. Ziel der Stallpflicht ist es, den Kontakt mit – möglicherweise bereits infizierten – Wildvögeln zu vermeiden. Zoo und Tierpark Berlin hatten bereits in der letzten Woche, nach Auftreten der ersten Fälle in Deutschland, vorsorglich damit begonnen, die Vögel in ihre Stallungen zu bringen – in vielen Fällen entsprach dies dem zeitgemäßen Umzug der Tiere in ihr Winterquartier. Da dies nicht der erste Fall der Vogelgrippe ist, bestehen in Zoo und Tierpark bereits seit einigen Jahren routinemäßige Vorkehrungsmaßnahmen. Ein „Notfallplan“ besteht für jede Einrichtung gesondert, da die örtlichen Gegebenheiten und der Tierbestand individuell berücksichtigt werden müssen.

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Lichtenberger Geflügel muss im Stall gehalten werden.

Er beschreibt, welche Tiere wohin gebracht werden und unterteilt die Parks in verschiedenen Bereichen der Vogelhaltung. Auch das Vorgehen beim Nachweis einer Infektion mit unterschiedlichen Szenarien ist dort festgehalten. Da die Tiere in Zoos – anders als beispielsweise in großen Geflügelmastbetrieben – nicht in einer großen Gruppe, sondern in unterschiedlichen Bereichen ohne direkten Kontakt gehalten werden, müssten selbst bei der Diagnose eines Falles von Vogelgrippe nicht zwingend die kompletten Bestände getötet werden – wie es bei der massenhaften Haltung von Nutzgeflügel praktiziert wird. Dies ist jedoch eine Entscheidung, die im Einzelfall von den zuständigen Amtsveterinären getroffen wird. Wie im Zoo wurden auch im Tierpark die Vögel den örtlichen Gegebenheiten entsprechend in ihre Stallungen gebracht.

Die Tropenhalle im Alfred-Brehm-Haus ist ab sofort für Tierpark-Besucher nicht mehr zu betreten. Auch die Krokodilhalle, in der unter anderem Krähenstirnvögel leben, wird für die Gäste verschlossen bleiben. Die Vögel, die auf den Teichen oder Anlagen noch zu sehen sind, wie Enten oder Graureiher, sind überwiegend freifliegende Wildvögel und somit nicht im Zugriff von Zoo und Tierpark. Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem: „Selbstverständlich nehmen wir die amtliche Anordnung sehr ernst und versuchen, je nach Möglichkeit, alle Vögel in unseren Stallungen unterzubringen. Zum Glück besteht für Menschen und somit für unsere Zoo- und Tierpark-Gäste keine Bedrohung.“

red, Bild: Stefan Worring