Aufs Rad gebracht

Initiative: Fahrrad-Lern-Werkstatt für Flüchtlinge gestartet.

Diese Woche ist die Fahrrad-Lern-Werkstatt in der Gemeinschaftsunterkunft Rathaus Friedenau gestartet. In zwei Räumen im Souterrain des Gebäudes lernt dabei der erfahrene Fahrrad-Schrauber Stefan Wimmer interessierte Bewohner in die Kunst des Reparierens ein. Anfang des Jahres hatte die AG „Neue Ideen“ der Flüchtlingsinitiative „Friedenau hilft“ die Werkstatt initiiert und mit Wimmer schnell jemanden für die Idee gewinnen können. Der Anwohner aus der Goßlerstraße repariert schon seit Jahren vor seinem Haus Fahrräder für Nachbarn, Geld nimmt er nur für Ersatzteile.

Viele Frauen interessiert

cr_lvs_tesc_42_fahrradwerkstattIn einem ersten Auftaktgespräch Anfang September informierten sich 14 afghanische Heimbewohner, die Hälfte davon Frauen, über die Werkstatt und eine mögliche Mitarbeit. Zwei bis drei Mal wöchentlich sollen die Geflüchteten von Wimmer unterrichtet werden, gestartet wurde in dieser Woche mit drei bis vier Geflüchteten. Andere Bewohner sollen Wimmer dabei als feste Mitarbeiter unterstützen und selbst das Erlernte an Flüchtlinge weitergeben. Bereits zum Auftaktgespräch hatten sich ein junger Mann und eine 17-jährige Schülerin zum Dolmetschen und Assistieren bereit erklärt.

Fahrübungen im Innenhof

Für die Bewohner werden in der Werkstatt die Räder als Leihräder präpariert, die sie dann gegen eine Gebühr fahren können. In Wilmersdorf sei es schließlich vorgekommen, „dass einige Geflüchtete ihre Räder auf dem Flohmarkt verkauft haben“, erzählt Martin Gropp von der AG „Neue Ideen“. In Friedenau sollen die Flüchtlinge ihre Räder stattdessen selbst bewegen – und dafür auch auf den Berliner Stadtverkehr vorbereitet werden. Fast die Hälfte der etwa 400 Bewohner in der Unterkunft sind Kinder. Stefan Wimmer will deshalb Anfängern erste Fahrübungen im Innenhof des Rathauses anbieten. Schulpflichtige Kinder sollen gruppenweise in der Jugendverkehrsschule in der Bundesallee fit für den Straßenverkehr gemacht werden. Damit die Lern-Werkstatt richtig ins Laufen kommt, werden neben weiterem Werkzeug alte Fahrräder, Fahrradzubehör und Ersatzteile benötigt, ebenso Behindertenräder, Rollatoren, Rollstühle, Skateboards, Laufräder, Kinderroller, Inline Skates oder Buggies.

Die Initiative bittet dabei die Spender, die Fahrräder nach telefonischer Absprache mit Herrn Wimmer vorbeizubringen.

Telefonnumer: 0173 659 01 02

Daniel Seeger, Bild: Stefan Wimmer