Region-Start ins grüne Netz

Freizeit: 15,4 Kilometer lang führt die Strecke von Ahrensfelde bis nach Köpenick.

Wer im Bezirk wohnt, der weiß: Marzahn-Hellersdorf hat viel Platz für Natur und tolle Möglichkeiten zum Wandern und Radeln. Das war in den neunziger Jahren im Prinzip nicht viel anders. Nur: Mindestens in den Berliner Westbezirken wußte dies kaum jemand. Die Region stand schon damals für Begriffe wie „Plattenbau“, „Satellitensiedlung“ und „Einheitsarchitektur“. Nur allmählich und mit viel Anstrengung gelang es gerade in den letzten Jahren, dieses schlechte Image etwas zu polieren. Die tollen Projekte der IGA 2017 und zahlreiche Veranstaltungen in den Gärten der Welt sorgen inzwischen dafür, dass gerade die grünen Qualitäten des Bezirks berlinweit bekannter wurden.

Kleine Tradition

Ein erster Meilenstein in der Bedeutung des Bezirks als Region mit naturnahen Qualitäten hatte es zu Berlins 750-Jahr-Feier im Jahr 1987 gegeben. Die Gärten der Welt hatten damals ihren Auftakt in Marzahn mit der Eröffnung der Berliner Gartenschau erhalten. Die war als Geschenk der Gärtner an die Hauptstadt der DDR mit Investitionen in Höhe von 20 Millionen DDR-Mark gestaltet worden und gilt als Starter-Projekt für den Ausbau der Gärten der Welt.Anfang der neunziger Jahre nahmen Bezirks- und Senatspolitik diesen „grünen Faden“ auf und organisierten die Beschilderung eines Wanderweges entlang der Wuhle. „Stiefel schnüren und Abmarsch“ titelte das Berliner Abendblatt im Frühjahr 1992 die Ankündigung zur Eröffnung des Wuhletal-Wanderweges. Am Ostermontag des Jahres startete um halb zehn der damalige Marzahner Bürgermeister Andreas Röhl in bester Gesellschaft seine erste offizielle Wanderetappe am Marzahner Dorfanger. Was damals als Wanderstrecke von Ahrensfelde im Nordosten durch das Wuhletal zum S-Bahnhof Berlin-Köpenick im Südosten Berlins beschildert wurde, ist inzwischen die Nummer 14 im Netz der 20 grünen Hauptwege Berlins, mit einer Länge von rund 550 Kilometern verfügen und schon damals kombiniert werden sollten.

Auch barrierefrei

Inzwischen gilt der Wuhletal-Wanderweg als einer der schönsten und abwechslungsreichsten Wanderwege der Berliner Region und führt vom nördlichsten Zipfel Marzahns aus über Hellersdorf, Biesdorf und Kausldorf bis nach Köpenick. Auf der gesamten Strecke von 15,4 Kilometern ist der Wanderweg auch für Rad- und Rollstuhlfahrer geeignet. Der Wuhle-Wanderweg wird auch im kommenden Jahr ein zentrales Element im Angebot der IGA 2017 sein, schließlich tangiert die Strecke das Event-Gelände.

Stefan Bartylla, Bild:er BAB / Archiv