Sterngucker zurück im All-Tag

Planetarium: Unterm Dach der Stiftung gesichert.

Die Zukunft des Zeiss-Planetariums Prenzlauer Berg und der Archenhold-Sternwarte Treptow standen vor
25 Jahren buchstäblich „in den Sternen“. Von einst 90 Mitarbeitern waren gerade noch 30 übrig. Der damalige Direktor, Prof. Dieter B. Herrmann, veranschlagte rund 1,5 Millionen Mark für den jährlichen Betrieb der populären Häuser. Berlin hatte beschlossen, Planetarium und Sternwarte in die Verantwortung eines freien Trägers zu überführen. Da dieser in jedem Fall auf Zuschüsse der öffentlichen Hand angewiesen wäre, beschäftigten sich die Haushaltspolitker des Abgeordnetenhauses mit der Problematik.

Größte seiner Art

„Sterngucker brauchen Millionen – sonst gibt’s kein 100-Jähriges“ lautet die Überschrift des Abendblatts – mit Blick auf das gefährdete Jubiläum der traditiosrreichen Archenhold-Sternwarte. In der 1896 gegründeten Sternwarte Treptow gibt es das mit 21 Metern längste Linsenfernrohr der Erde, viele Präzisionsinstrumente von Zeiss und ein himmelskundliches Museum. Das Planetarium am Ernst-Thälmann-Park mit seiner 23-Meter-Kuppel wurde 1987 eröffnet und ist das größte seiner Art in Deutschland.

Anfang der 90er Jahre gab es Unklarheiten über das Eigentum an Grund und Boden. Dann hieß es: Das Land Berlin sei laut Einigungsvertrag ohnehin Eigentümer des Grundstücks, weil es schon vor der Wende kulturell genutzt wurde. Berlins damaliger Finanzsenator aber verbat sich „neue Subventionsempfänger“.

Aktives Dreigestirn

Sternwarte und Großplanetarium waren lange Teil der Stiftung Deutsches Technikmuseum. Nach einem vierjährigen Prozess gründete sich am 1. Juli die Stiftung Planetarium Berlin, die die Archenhold-Sternwarte, die Wilhelm-Foerster-Sternwarte mit Planetarium am Insulaner und das Zeiss-Großplanetarium unter einem Dach zusammenführte. Das Dreigestirn der neuen Stiftung ermöglicht es, gemeinsam die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Astronomie einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Das Zeiss-Großplanetarium wurde am 25. August nach zweijährigem Umbau als modernstes Wissenschaftstheater Europas wiedereröffnet.

mh, Bild: BAB/Archiv