Bau-Boom am Kormoranweg

Nachverdichtung: 100 neue Wohnungen fertiggestellt.

Berlin wächst

Vielerorts ist von „Nachverdichtung“ in Wohngebieten die Rede. Was genau damit gemeint ist, lässt sich jetzt am Kormoranweg im Süden des Bezirks besichtigen. Noch vor wenigen Jahren gab es hinter den Wohnriegeln aus den frühen 1960er-Jahren großzügige Freiflächen. Damit ist es nun vorbei. Kürzlich hat die Baugenossenschaft Ideal dort 100 Wohnungen fertiggestellt.

Jahreszeiten abgebildet

Gebaut wurden zwei Tiefgaragen und insgesamt neun Wohngebäude mit drei bis fünf Etagen. Die Zwei- bis Vier-Zimmerwohnungen haben 60 bis 110 Quadratmeter Wohnfläche und Balkone oder Terrassen. Ferner wurde eine Gästewohnung und ein Gemeinschaftsraum errichtet, der Begegnungen und gemeinschaftliche Aktivitäten ermöglicht. 75 Wohnungen waren bei Redaktionsschluss bereits bezogen. An 25 Wohnungen wurden noch Restarbeiten durchgeführt, bevor auch dort die neuen Bewohner einziehen. Die Fassaden der Bestandshäuser wurden gemäß Farbkonzept ebenfalls angeglichen, sodass die gesamte Anlage die vier Jahreszeiten widerspiegelt, so die Ideal.

Grüne Treffpunkte

Einige Bewohner hatten in den letzten Jahren gegen die Bebauung protestiert. Sie kritisierten den Verlust an Flächen für Pflanzen und Tiere, aber auch eine Zunahme des Verkehrs. Die Genossenschaft verwies wiederholt darauf, dass die Umgestaltung der teilweise verwilderten Grünflächen allen Bewohnern zugutekomme: Die Außenanlagen wurden zu Treffpunkten im Grünen umgestaltet, die das Miteinander fördern sollen. Immerhin: Zwischendurch reduzierte die Ideal die Zahl der neu zu bauenden Wohnungen.

Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) lobte das Projekt: „Die maßvolle Nachverdichtung, insbesondere durch Wohnungsbaugenossenschaften, ist angesichts der hohen Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum in Neukölln sinnvoll. Indem auch die Außenanlagen in der Umgebung überarbeitet, Sitzgelegenheiten geschaffen und Spielplätze verschönert werden, profitieren auch die bisherigen Anwohnerinnen und Anwohner.“

Nils Michaelis, Bilder: Baugenossenschaft Ideal