Mit Mogli auf Dschungel-Safari

In den Tropenhäusern des Botanischen Gartens wird das berühmte Dschungelbuch zum Theaterspektakel.

Die Geschichte Moglis hautnah im Dschungel miterleben – davon träumen nicht nur Kinderherzen. Ab Ende September wird sie in einem Theaterspektakel in den Tropenhäusern des Botanischen Gartens zur Wirklichkeit. Die Theatercompany Drehbühne Berlin inszeniert dort „Das Dschungelbuch“ von Rudyard Kipling.

Sieben Stationen

Der indisch-stämmige Tänzer Bikash Chatterjee als Mogli

Der indisch-stämmige Tänzer Bikash Chatterjee als Mogli

„Die Besucher erleben Panther Baghira im Schattentheater, einen Tanz mit dem Tiger Schir Khan, werden von Affen und der großen Schlange Kaa hypnotisiert und können Balu, den Bären, hautnah bewundern – und all das in täuschend echter Dschungelatmosphäre“, verraten die künstlerischen Leiter Nanda Ben Chaabane und Lorenz Christian Köhler. Auf der Dschungel-Safari werden an sieben verschiedenen Stationen einzelne Episoden des Dschungelbuchs mit Großpuppen, Schauspielern, filmisch oder über eine Installation in Szene gesetzt. Entsprechend gewaltig ist die logistische Herausforderung, damit am Ende nicht etwa ein Stau im Dschungel entsteht. „Besonders nervös sind wir, wie unsere Theater-Safari mit Publikum funktionieren wird“, sagt Chaabane. Schauspieler Kai Wiesinger führt die Zuschauer in der Rolle des Autors in Film- und Audiosequenzen durch die Geschichte des Dschungelbuchs.

Eng am Orginal

Mogli, das Kind indischer Dorfbewohner, wird nach einem Tigerangriff im Dschungel von seinen Eltern getrennt und wird von Wölfen großgezogen. Bei denen lernt er sich selbst zu behaupten und Verantwortung für andere zu übernehmen. Das verspielte Findelkind wird zum Herrn des Urwaldes – bleibt aber hin- und hergerissen zwischen menschlicher Zivilisation und dem Ruf der Wildnis. Im Gegensatz zur Disney-Zeichentrickverfilmung oder der diesjährigen Neuverfilmung orientiert sich die Drehbühne eng am Originaltext Kiplings. Über den Szenarien schwebt das Gesetz des Dschungels, das das Leben der Tiere untereinander bestimmt und ihre hohe Moral und Werte beschreibt. „Die archetypische Kraft und die Faszination jeder einzelnen Figur wird gerade aufgrund der Kürze der Szenen gut auf den Punkt gebracht und aufs Wesentliche zusammengedampft“, sagt Chaabane.

Keine Sitzplätze

Vom 29. September bis 23. Oktober finden mehrere Aufführungen statt. Der Besuch im Botanischen Garten und Museum sind im Theaterticket inklusive. Karten gibt es für 29 Euro, ermäßigt für 23 Euro, Kinder bis zwölf Jahre zahlen 12 Euro. Achtung: Auf der Dschungel-Safari gibt es keine Sitzplätze.

Daniel Seeger, Bilder: Robert M Berlin

www.drehbuehne-berlin.de