Nicht viel Zeit zum Jubeln

Nach ihrem WM-Triumph wartet schon die nächste Herausforderung im Europapokal.

Die Füchse Berlin haben den IHF Super Globe gewonnen und damit ihren Titel aus dem Vorjahr verteidigt. Die Hauptstädter bezwangen im Finale den klaren Favoriten Paris St. Germain mit 29:28 (12:15), obwohl sie schon mit sieben Toren zurückgelegen hatten. „Motivation und Identifikation haben heute das Spiel entschieden. Wie unsere Mannschaft zurückgekommen ist, ist unfassbar“, erklärte Manager Bob Hanning. Die Berliner sind damit das erste deutsche Team, das diesen Wettbewerb zweimal hintereinander gewinnen konnte.

Große Moral

„Ich habe von Anfang an gesagt, dass wir das wieder wollen“, erklärte ein überglücklicher Petr Stochl. „Zwanzig Minuten vor Schluss sieben Minuten hinten zu sein und das Spiel zu drehen zeigt, dass wir stark sind.“ Auch Paul Drux lobte „die große Moral und den großen Zusammenhalt“ im Füchse-Team und ergänzte: „Spielerisch hat nicht alles funktioniert, aber sich nach sieben Toren zurückzukämpfen, spricht schon für sich.“ Nach dem verständlichen Jubel lässt das kurzlebige Handballgeschäft jedoch nicht viel Zeit zum Feiern. Schon geht der Blick voraus auf die neue Europapokalsaison. Die Füchse Berlin waren in der vergangenen Saison als Titelverteidiger bereits früh aus dem EHF-Cup ausgeschieden. Gescheitert war die Mannschaft von Trainer Erlingur Richardsson an Chambéry Savoie aus Frankreich. In der zweiten Runde des diesjährigen Turniers kommt es im Oktober nun erneut zum Duell der beiden Top-5-Clubs ihrer heimischen Ligen. Dies sorgt entweder erneut für ein frühes Ausscheiden oder aber einen Kracher-Sieg direkt beim Einstieg in das zweithöchste europäische Klubturnier. „Das ist, nachdem wir im letzten Jahr ausgeschieden sind, eine richtige Herausforderung. Wir brauchen in Frankreich ein gutes Ergebnis, um mit unseren Fans im Rücken dann in die nächste sRunde einzuziehen“, sagt Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning zum erneuten Aufeinandertreffen.

Rückspiel daheim

In Berlin ist man allerdings auch froh, diese Saison überhaupt dabei zu sein. Sportlich hatte man sich zwar zunächst mit Platz fünf in der Liga qualifiziert, durch den EHF-Cup-Sieg von Göppingen und den DHB-Pokalerfolg von Magdeburg war man auf eine Wildcard angewiesen. Das Hinspiel gegen Chambéry findet auswärts entweder am 8. oder 9. Oktober statt, das Rückspiel in Berlin ist auf den 16. Oktober terminiert.

red/mh, Bild: Füchse Berlin