Streckenkürzung der S 75 sieht SPD als Zwischenlösung

Nahverkehr: Mit mehr Fahrzeugen soll die direkte Verbindung wieder eingeführt werden.

In der Debatte um die Verkürzung der S 75 und als Replik auf die Initiativen der Lichtenberger CDU-Politiker Freymark und Pätzold plädiert die Hohenschönhausener SPD-Abgeordnete Karin Halsch dafür, zu einer sachlichen Diskussion zurückzukehren. „Auch mir liegt eine gute Anbindung von Hohenschönhausen an die Innenstadt am Herzen, und die geplante Verkürzung der S 75 stellt objektiv eine Verschlechterung für all die Fahrgäste dar, die bisher die direkte Verbindung in die westliche Innenstadt genutzt haben“, erklärt Halsch. Dies gelte unabhängig davon, dass es mit den Straßenbahnlinien M4 zum Hackeschen Markt und M5 zum Hauptbahnhof alternative Möglichkeiten gibt, und auch unabhängig davon, dass Fahrgäste der S 75 an den Bahnhöfen Springpfuhl, Friedrichsfelde Ost und Ostkreuz mit geringem Zeitverlust und ohne den Bahnsteig wechseln zu müssen in Züge in die westliche Innenstadt umsteigen können. All das könne nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Anbindung Hohenschönhausens an die Innenstadt künftig verschlechtern wird.

Gemeinsamer Plan

Halsch ärgere vor allem der schrille Ton, mit dem die Diskussion um die S 75 geführt wird, und der Zeitpunkt der Debatte: „Ich bin dafür, bei den Fakten zu bleiben und gemeinsam und beharrlich dafür zu kämpfen, dass unser Hohenschönhausen auch künftig gut an die Innenstadt angebunden bleibt.“ Fakt sei, dass der Senat – dem auch die CDU angehört – im Jahr 2014 einen neuen Nahverkehrsplan für Berlin beschlossen hat. Die CDU hat diesen auch im Abgeordnetenhaus mitgetragen. Der Nahverkehrsplan sieht vor, dass nach Fertigstellung der Bauarbeiten am Ostkreuz die Linien S 3 und S 9 jeweils alle zwanzig Minuten wieder über die Stadtbahn fahren. Dafür sollen die Züge der S 75, die bisher alle zehn Minuten nach Westkreuz fährt, künftig am Ostbahnhof enden. Die Durchbindung der S 9 sei richtig, um den neuen Flughafen an die Innenstadt anzubinden. Der Tausch zwischen S 75 und S 3 ist laut Senat deswegen sinnvoll, weil die S 3 wesentlich mehr Fahrgäste hat, als die S 75.

Lösung versprochen

Um auch die S 75 weiter über die Stadtbahn führen zu können, wären laut Senat mehr Fahrzeuge nötig, die leider momentan nicht zur Verfügung stehen. Allerdings werden bereits neue S-Bahn-Züge angeschafft, und der Senat hat zugesagt, die Beschaffung von zusätzlichen Zügen für die Stadtbahn zu prüfen. „Ich werde mich auch weiterhin dafür einsetzen, dass die erforderlichen Züge beschafft werden, damit die Verkürzung der S 75 ein möglichst kurzes Intermezzo bleibt“, so Halsch abschließend.

red, Bild: Stefan Bartylla