Drei auf einen Streich

Nach 32 Wochen kamen die Drillinge mit einem Kaiserschnitt zur Welt.

Noch blicken sie ein bisschen unsicher in die Welt: Dabei sind Mustafa, Murtaza und Mooiz schon heute kleine Berühmtheiten. Die süßen Drillinge kamen im Geburtszentrum des Evangelischen Waldkrankenhauses Spandau zur Welt. Oberärztin Susanne Harders hat die drei Jungen in der 32. Schwangerschaftswoche mit einem Kaiserschnitt entbunden.

Keine Routine

Drillinge sind auch im Waldkrankenhaus keine Routine. Höchstens zwei solcher Geburten gibt es hier jedes Jahr. Die drei Frühchen wogen bei ihrer Geburt 1.465, 1.446 und 1.240 Gramm und waren 42, 38 und 37 Zentimeter klein. Für Drillinge konnten sie mit 32 Wochen vergleichsweise lange im Bauch der Mutter bleiben. „Die große Herausforderung ist bei Risikoschwangerschaften, die Kinder so spät wie möglich und gleichzeitig so früh wie nötig zu holen. Im aktuellen Fall waren wir mit dem Zeitpunkt sehr zufrieden. Der Eingriff selbst verlief auch ohne Komplikationen“, sagt Oberärztin Harders. Vor der Geburt muss bei Mehrlingsschwangerschaften in engen Abständen kontrolliert werden, ob die Kinder über die Plazenta (Mutterkuchen) noch ausreichend versorgt werden. Im Fall der Drillinge war es so, dass sich zwei Kinder eine Plazenta teilten und der dritte Junge eine eigene hatte. Mittlerweile sind die drei jetzt bei Mama und ihrem vierten Brüderchen zuhause. Bis es soweit war, mussten die Babys erst einmal zu Kräften kommen, damit es mit dem Trinken klappt und die kleinen Körper ihre Temperatur auch ohne Brutkasten halten konnten. Da das Atemzentrum der Drillinge noch nicht richtig ausgereift war, mussten sie auch noch lernen alleine ohne Hilfsmittel zu atmen. Der Familie mit pakistanischen Wurzeln steht jetzt eine aufregende Zeit bevor. Zur Unterstützung ist extra die Oma aus der Heimat angereist.

Selten Drillinge

Im Geburtszentrum des Evangelischen Waldkrankenhauses Spandau kommen jährlich mehr als 2.100 Kinder auf die Welt. 2015 wurden 70 Zwillingspärchen geboren, Drillingsgeburten sind selten. Die werdenden Eltern werden von einem multiprofessionellen Team aus Hebammen, Krankenschwestern, Gynäkologen und Kinderärzten betreut. Das Behandlungsspektrum reicht von Frühgeborenen, die nur wenige 100 Gramm wiegen, bis zu Neugeborenen mit mehr als fünf Kilogramm. Speziell ausgebildete Mediziner sind permanent vor Ort, außerdem liegt der Kreißsaal direkt neben dem Operationssaal und der neonatologischen Intensivstation.

red., Bild: Thinkstock/iStock/jonathan_kay