Gaslaternen brennen Tag und Nacht

Umwelt: Mehrere Tonnen Kohlendioxid belasten unnötig die Luft.

In vielen Berliner Bezirken leider ein gewohntes Bild: tagsüber leuchtende Gaslaternen. Der Spandauer SPD-Abgeordnete Daniel Buchholz ist der Sache nachgegangen. Schuld sind fehlende Ersatzteile für die alten Laternen. Die Energieverschwendung belaste Umwelt und Klima und müsse schnellstens abgestellt werden, fordert Buchholz.

Fälle häufen sich

„Wenn Gaslaternen am helllichten Tag leuchten, verschwendet das massiv Energie. Leider häufen sich zurzeit die Fälle, in denen Gaslaternen tagsüber nicht mehr automatisch abgeschaltet werden. Sowohl in der Siemensstadt als auch in Charlottenburg sind mir ganze Straßenzüge aufgefallen, wo Gashänge- bzw. Aufsatzleuchten zum Teil schon seit mehreren Monaten Tag und Nacht brennen“, sagt Daniel Buchholz. Auf Nachfrage bestätigte die Senatsverwaltung, dass das Problem quer durch alle Bezirke auftritt. Ursache sind defekte Dämmerungsschalter, die normalerweise die Leuchten automatisch an- und ausschalten. Die Ersatzteilbeschaffung ist bei alten Gaslaternen inzwischen äußerst schwierig, zudem war die letzte Lieferung von Dämmerungsschaltern mangelhaft – 3.000 neue sind bestellt. Für die Reparaturen ist Vattenfall im Rahmen des Managementvertrags für die öffentliche Beleuchtung verantwortlich, das Unternehmen sieht nur die Möglichkeit, bis zum Eintreffen funktionsfähiger Schalter die Lampen auch tagsüber brennen zu lassen. Das erfordere die Verkehrssicherheit.

Vattenfall bezahlt

„Vattenfall trägt die Kosten der unnötigen Tagesbeleuchtung, denn abgerechnet wird nach dem vertraglich vereinbarten Brennzeitenkalender. Im Klartext heißt das: Wir als Steuerzahler zahlen nur für die nächtliche Beleuchtung, nicht aber für das unerwünschte Dauerlicht. Das Ärgernis muss trotzdem schnellstens abgestellt werden. Jeden Monat belasten mehrere Tonnen des Klimakillers Kohlendioxid unnötig die Berliner Luft. Es zeigt sich erneut, dass die Umstellung auf moderne Leuchtmittel wie LED dringend geboten ist,“ so Daniel Buchholz.

red., Bild: Thinkstock/iStock/Cornelia Pithart