Die Müllschweine vom Schlachtensee

Während der südliche Teil von der BSR gepflegt wird,
durchwühlen und verteilen Keiler am nördlichen Ufer den Abfall im Wald.

Der Schlachtensee zeigt diesen Sommer zwei Gesichter. Während im südlich gelegenen Paul-Ernst-Park vor einigen Wochen die BSR die Reinigung übernommen hat und das Gebiet ordentlich und gepflegt aussieht, bleibt am bewaldeten nördlichen Ufer viel Müll liegen. Hinzu kommt, dass Wildschweine die Abfallhaufen durchwühlen und im Wald verteilen. Bereits seit über 20 Jahren gibt es dort keine Mülleimer mehr. Damals hatte man sich entschlossen, die Behälter abzubauen, da die Verletzungsgefahr für die Wildtiere zu groß geworden sei. Seitdem gibt es bei den zuständigen Berliner Forsten auch die Erkenntnis, dass mehr Mülleimer nicht automatisch weniger Abfall bedeuten. So hätten zum Beispiel Gewerbetreibende die auf Waldparkplätzen aufgestellten größeren Container zur illegalen Entsorgung genutzt.

Appell an Waldbesucher

Und so bleibt den Berliner Forsten scheinbar nicht viel mehr, als an die Verantwortung der Waldbesucher zu appellieren. „Eine tägliche Säuberung der Erholungsschwerpunkte am Schlachtensee ist weder personell noch finanziell zu stemmen“, sagt ein Sprecher der Berliner Forsten. Zumindest über die Badesaison von Mitte Mai bis Mitte September sei aber an der Nordwestseite von Schlachtensee und Krumme Lanke jeweils freitags und montags eine Firma mit der Strandreinigung beauftragt. Für die Zukunft wollen die Berliner Forsten stärker mit professionellen Partnern der Müllentsorgung kooperieren.

Grünes Wohnzimmer

Im Paul-Ernst-Park südlich des Schlachtensees hält seit Juni die BSR den Erholungsort sauber. Dabei hat sich laut BSR-Sprecherin Sabine Thümler die Nutzung von Grünanlagen wie dem Paul-Ernst-Park gravierend verändert: „Während die Leute dort früher nach dem Kaffee noch ein wenig spazieren gingen, sind die Parks heute für viele ein grünes Wohnzimmer“, sagt Thümler. Durch das deutlich höhere Müllaufkommen müssten deswegen Pflege und das Saubermachen heute getrennt betrachtet werden. Das sieht man bei den Berliner Forsten inzwischen vermutlich ähnlich.

Daniel Seeger, Bild: BSR