Lichtenrade im Visier von Einbrecherbanden

Lichtenrade: Allein in Lichtenrade ist die Zahl der Delikte um 80 Prozent gestiegen.

Organisierte Einbrecherbanden haben Lichtenrade ins Visier genommen. Der aktuelle Kriminalitätsatlas meldet in dem beschaulichen Ortsteil im Süden Berlins für das vergangene Jahr einen Anstieg der Einbrüche in Wohnungen und Einfamilienhäusern um 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Konkret bedeutet dies, dass die Zahl der Delikte im Vergleich zu 2014 von 126 auf 227 gestiegen ist. Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl liegt Lichtenrade nur noch knapp hinter dem Spitzenreiter Schöneberg Nord.

Bezirksweiter Abwärtstrend

Hier ist die Zahl allerdings um 13 Prozent von 261 auf 227 Einbrüche zurückgegangen. Deutliche Rückgänge verzeichnen auch Tempelhof mit 32 Prozent und Friedenau mit 45 Prozent weniger Einbrüche als 2014. Marienfelde dagegen wird bei Einbrechern immer beliebter: Hier registriert die Statistik eine Steigerung um 65 Prozent von 55 auf 90 Delikte.

Lukrative Tatobjekte

Laut Polizei ist eine solche Verlagerung normal. „Es handelt sich meist um reisende Täter ohne eine örtlich feste Bindung an den Tatort“, sagt eine Sprecherin. Ganze Banden würden durch Auftraggeber aus dem Heimatland entsandt, um teilweise über Monate in einem bestimmten Gebiet Einbrüche insbesondere in Einfamilienhäuser zu begehen. Gerade in Lichtenrade gäbe es dabei lukrative Tatobjekte zum Beispiel am Siedlungsrand, an die sich die Täter leicht heranpirschen können und die zum Teil schlecht gesichert sind.

Gegen diese Banden hat die Polizei die nationale und internationale Zusammenarbeit intensiviert. Ein neues Computerprogramm soll dabei Schwerpunktgebiete ermitteln, in denen als nächstes Serieneinbrüche zu erwarten sind. Doch auch die Bürger müssen aktiv werden, um nicht selbst Opfer eines Einbruchs zu werden.

Information und Vorsorge

„Die Beratungsstelle Einbruchschutz am Platz der Luftbrücke bietet dafür kostenlos Informationen zur technischen Sicherung von Wohneigentum an“, sagt die Polizeisprecherin. Die Handlungsfähigkeit des Bezirks mit seinem Ordnungsamt ist begrenzt. Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) sieht sich vor allem als Informationsübermittlerin zwischen Polizei und Bürgern. „Nicht immer sind die Aktionen der Polizei für alle sichtbar. Hier kann ich Unsicherheiten mindern“, sagt Schöttler.

Daniel Seeger, Bild: vchal