Für schnelle Integration

Asyl: Zehlendorfer Projekt will Flüchtlinge in Arbeit und Ausbildung bringen.

In diesem Punkt sind sich alle Experten einig: Die Integration von Flüchtlingen kann nur über den Arbeitsmarkt funktionieren. Deshalb haben die Agentur für Arbeit, der Arbeiter-Samariter-Bund und private Unternehmen jetzt 20 Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft Zehlendorf eingeladen, um ihnen möglichst schnell einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu vermitteln. Einer von ihnen ist Aws Schakir Algburi, der im Irak viele Jahre als LKW-Fahrer gearbeitet hatte.

Florierendes Café

Und genau solche Kraftfahrer sucht Jürgen Richlitzki. Er ist Geschäftsführer der Berlin Recycling GmbH (BR) und zugleich Initiator der Jobbörse in der ASB-Gemeinschaftsunterkunft. Die Idee dazu kam dem Manager, als er in einem Artikel von Sandra Jochheim und ihrem Engagement las. Jochheim hatte innerhalb weniger Wochen ein florierendes Integrationscafé in der Zehlendorfer Flüchtlingsunterkunft etabliert. „Ich kannte Frau Jochheim von einer früheren Zusammenarbeit bereits persönlich, da habe ich sie einfach angerufen“, sagt Richlitzki. Wenig später begannen die Vorarbeiten zur jetzigen Veranstaltung: es wurden präzise Profile erstellt sowie mit privaten Mitteln ein Fotograf für die Bewerbungsfotos gebucht. „Die Ermittlung der Fähigkeiten und Kenntnisse der Bewerber im Vorfeld erleichtert unsere Arbeit erheblich“, sagt Anita Leese-Hehmke von der Spezialeinheit „Arbeitgeber-Service Asyl“ bei der Agentur für Arbeit. Gemeinsam mit einem Kollegen zeigte Leese-Hehmke den Flüchtlingen Möglichkeiten einer Berufsausbildung auf. „Wir suchen vor allem Leute für den Bau und das Handwerk“, sagt Leese-Hehmke. Sprachkenntnisse seien dabei enorm wichtig. Mit dem Ergebnis der Jobbörse ist Leese-Hehmke zufrieden: „Ich habe mir schon ein paar Notizen gemacht, wer für welches Unternehmen in Frage kommt“, verrät sie. In einem nächsten Schritt werden die Bewerber jetzt zu Einzelgesprächen in die Agentur für Arbeit Berlin-Süd eingeladen. Die Chancen stehen auch für Richlitzki nicht schlecht. Drei der 20 Bewohner interessierten sich für eine Tätigkeit in seinem Unternehmen. Mit dem jungen Iraker Algburi hat Richlitzki ganz spontan ein vierwöchiges Praktikum vereinbart.

Daniel Seeger, Bild: ASB Rettungsdienst Berlin gGmbH