Auf der Warschauer rollt‘s wieder

Hauptschlagader Friedrichshains ist jetzt sicherer für Fahrradfahrer.

„Jede Baustelle hat ein Ende, sogar in Berlin“, heißt es von Seiten des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg, das am Donnerstag die Warschauer Straße nach dem zweijährigen Umbau im Beisein von Stadtrat Hans Panhoff und Senator Andreas Geisel symbolisch eröffnete. Die Umgestaltung habe manchen Verkehrsteilnehmer und Anwohner sicherlich Nerven gekostet. Ein Jahr länger als geplant haben die Bauarbeiten unter anderem wegen unbekannter Leitungen im Boden gedauert. Doch die Quälereien durch zähflüssigen Verkehr und der Baulärm scheinen sich gelohnt zu haben. Die umgebaute Warschauer Straße als wichtige und große Verbindungsstraße ist nun fahrradfreundlicher und durch einen lärmmindernden Belag auch leiser.

Eigene Radspuren

„Jede Baustelle, die erfolgreich beendet wird, ist gut für die Berliner. An der Warschauer Straße haben Land und Bezirk gemeinsam gezeigt, wie man intelligent den nur bedingt zur Verfügung stehenden Straßenraum gerecht aufteilen kann. Davon profitieren sowohl Fußgänger und ÖPNV als auch Radfahrende und Autofahrer“, so Senator Andreas Geisel zu Fertigstellung. „Der Umbau der Warschauer Straße ist auch ein Signal dafür, dass fahrradfreundliche Verkehrswege machbar sind. Auch auf vielbefahrenen Hauptverkehrsadern“, ergänzt Stadtrat Hans Panhoff.

Von September 2014 bis Mitte Juli 2016 wurde der Abschnitt zwischen der Warschauer Brücke und dem Frankfurter Tor umgebaut. 4,3 Millionen Euro wurden dafür aus verschiedenen Töpfen des Senats und des Bezirks zusammengekratzt. Bauherr war das Bezirksamt. Vor allem Radfahrer und Anwohner sollen künftig vom Umbau profitieren. So gibt es jetzt in jeder Fahrtrichtung eine eigene Radspur – was auch die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer verbessert, haben sich die Drahtesel in der Vergangenheit doch eher risikoreich durch den engen Verkehr gequält. Außerdem gibt es jetzt „Parkplätze“ für Räder: 400 Fahrradbügel wurden neu angebracht. Ein größerer Teil davon an der Warschauer Brücke für das „bike and ride“. Die Parkplätze für Autos sind allerdings weggefallen. „Dafür haben wir in den Seitenstraßen Parkbewirtschaftungszonen eingerichtet“, sagt Panhoff. Ärger mit Anwohnern habe es deshalb nicht gegeben.

Neuer Flüsterasphalt

Vor allem über den lärmmindernden Straßenbelag dürften sich Anwohner freuen. Der sogenannte „Flüsterasphalt“ dämpft die Rollgeräusche der Fahrzeuge um drei bis vier Dezibel. „Das hört sich erstmal nicht viel an, doch es ist deutlich zu spüren“, sagt Panhoff. Auch die Gehwege wurden erneuert, am Gehwegrand wurden Lieferzonen für die Geschäfte eingerichtet. Für besseren Verkehrsfluss soll ein Umbau der Ampelanlagen sorgen, südlich der Kopernikusstraße wurde eine neue Querung über die Warschauer Straße geschaffen.

Sara Klinke, Bild: Stefan Bartylla