Ideen für den Lückenbau

Freizeit: Open-Air-Ausstellung „Perspektiven für Pankow” eröffnet.

Verena Dwilies‘ großzügige Treppe inszeniert den Blick in das Freibad.

Verena Dwilies‘ großzügige Treppe inszeniert den Blick in das Freibad.

Für die Berliner Bäderbetriebe steht fest: Der Flughafen Tegel muss schließen. Anderes sei den Gästen des künftigen Ganzjahresbades Pankow gar nicht zuzumuten, scherzte die anwesende Politikerprominenz am Montag – bei der von Fluglärm begleiteten Eröffnung der Freiluftausstellung „Perspektiven für Pankow“. Wie könnte der Schwimmbad-Neubau an der Wolfshagener Straße aussehen? Diese Frage haben Studenten der Technischen Universität Braunschweig beantwortet. Ihre Ideen sind jetzt bis 4. September im Sommerbad Pankow zu sehen. Abends ab 17 Uhr für 1,50 Euro.

Appetit gemacht

Über eine begrünte Rampe führt Lara Wischnewski in den Bad-Souterrain.

Über eine begrünte Rampe führt Lara Wischnewski in den Bad-Souterrain.

Ausgangspunkt der Ausstellung sind nie verwirklichte DDR-Pläne aus dem Jahr 1958. Damals war eine großzügige Promenade mit Läden, Restaurant und Kino vorgesehen. Das Sommerbad sollte Teil eines Freizeitparks mit Schwimmhalle, Wellenbad, Sportwiesen sowie Auto- und Fahrradparkplätzen sein. Die heutigen Studenten-Entwürfe machen „Appetit auf das, was kommt“, sagt Andreas Scholz-Fleischmann, Vorstandsvorsitzender der Bäder Betriebe. Er rechnet mit zweieinhalb Jahren Planungsphase und zwei Jahren Bauzeit fürs „365-Tage-Bad“. Der Bau soll eine Versorgungslücke schließen: Zwischen Buch und dem Ernst-Thälmann-Park betreiben die Bäderbetriebe derzeit keine einzige Schwimmhalle. Anfang dieses Jahrtausends musste die letzte an der Wolfshagener Straße wegen hohen Sanierungsaufwands schließen.

An römische Katakomben erinnert der Entwurf von Christian Nicefor.

An römische Katakomben erinnert
der Entwurf von Christian Nicefor.

Jetzt ist sie eine Ruine und wird abgerissen. Das Sommerbad in seiner bisherigen Form aber bleibt erhalten – inklusive der sanierungsbedürftigen, derzeit gesperrten Liegeterrassen. Da Pankow die größten Freiflächen aller Berliner Bäder bietet, haben die Studenten versucht, dieses Grün möglichst wenig zu beeinträchtigen. Keiner der Entwürfe werde genau so umgesetzt, räumte der Bäderchef ein. Doch alle Ideen fließen in die Planungen ein, versprach er. Für die Bäder-Neubauten in Pankow und Mariendorf stehen insgesamt 60 Millionen Euro zur Verfügung. Der Katalog zur Ausstellung liegt an der Kasse des Sommerbades Pankow aus.



Wettbewerb

Unter dem Motto „Ihre Ideen sind gefragt” sammeln die Bäderbetriebe bis zum 22. September Wünsche und Anregungen der Berliner. Zu gewinnen gibt es ein besonderes Bad-Erlebnis. Der Gewinner und 25 seiner Gäste dürfen vier Stunden lang exklusiv und als erste offizielle Gäste die Schwimmhalle an der Thomas-Mann-Straße in Prenzlauer Berg nutzen. Das Bad wird derzeit saniert und soll aber noch vor dem Jahreswechsel wieder in Betrieb genommen werden.

Teilnehmen können Sie per Mail an:
neubauten@berlinerbaeder.de

Michael Hielscher, Bilder: TU Braunschweig/BBB