Sommer, Sonne, Badespaß im Südwesten der Stadt

Reihe: Das Abendblatt stellt in diesen Wochen die schönsten Badeseen Berlins vor.

Mit einer Tour durch den Berliner Südwesten endet die Abendblatt-Reihe „Sommer, Sonne, Badespaß” zu den schönsten Badeseen in der Hauptstadt.

? Hier finden Sie die schönsten Badeseen im Nordwesten Berlins.

? Hier finden Sie die schönsten Badeseen im Osten Berlins.

Groß Glienicker See

Vor der Wende verlief die Grenze direkt durch den Groß Glienicker See, die Berliner Mauer verlief direkt am westlichen und südlichen Ufer. Bis zu den Grenzbojen konnten damals nur Bürger der Bundesrepublik im See baden. Heute darf jeder von den zwei offiziellen Badestellen aus in das sehr klare Wasser eintauchen. Nach einer umfangreichen „Seetherapie“ in den vergangenen Jahrzehnten gehört der Groß Glienicker See laut LAGeSo inzwischen zu den klarsten Seen Berlins – der Blick ins Wasser reicht tief. Die nördliche Badestelle (Pferdekoppel) liegt zwischen Wohnsiedlung und Wald, das Ufer ist dort weniger Strand als Wiese. Etwas mehr Sandstrand gibt es an der südlichen Badestelle (Moorloch), dazu eine große Liegewiese, zwei Beachvolleyballfelder, Bootsverleih und Biergarten. Die Ufer des Sees liegen teilweise im Landschaftsschutzgebiet Gatow, Kladow und Groß Glienicke, der See ist auch bei Anglern sehr beliebt.

Anfahrt: Mit der S5 nach Spandau BHF, von dort mit Bus 135 bis zur Station Kurpromenade (Nördliche Badestelle) oder bis Waldallee (Südliche Badestelle)

Teufelssee

Am idyllischen Teufelssee mitten im nördlichen Grunewald vermischen sich FKK und Textil. Neben den Liegewiesen an den Ufern finden sich auch die abgeschiedeneren Plätzchen, offiziell ist Baden aber nur vom südlichen Ufer aus erlaubt. Wegen seiner etwas abgelegenen Lage ist der Teufelssee ein besonders schönes Ziel für Wanderungen oder Radtouren. Rund um das Gewässer gibt es viel zu entdecken: Im ältesten erhaltenen Wasserwerk Berlins (1872 erbaut) am nordöstlichen Ufer bietet ein Naturschutzzentrum unter anderem botanische Führungen oder Tierbeobachtungen an. Etwas weiter nördlich erhebt sich der aus Kriegstrümmern entstandene Teufelsberg auf 120 Metern Höhe. Der Teufelssee an seinem Fuße ist zwar laut LaGeSo ein empfindliches Gewässer. Derzeit herrsche jedoch ausgezeichnete Badewasserqualität.

Anfahrt: mit der S7 zur Station Grunewald, von dort etwa 30 Minuten zu Fuß. Über die Teufelsseechausee ist der See direkt mit dem Auto zu erreichen.


Halensee

Wer es ein wenig exquisiter mag, nimmt sein Bad am „Ku‘damm-Beach“ am Halensee. Nach eigenem Verständnis ist das Strandbad als Teil des „Cappuccino Grand Café“ nobler Beachclub, auch wenn der Pächter nach wachsender Kritik aus dem Bezirksparlament die Preise zuletzt etwas gesenkt hat. Insbesondere an den Wochenenden ist der Ku‘damm Beach gut besucht – wer es etwas ruhiger möchte, sollte deshalb eher einen Wochentag wählen. Nach zwölf Jahren Badeverbot im Halensee konnte das luxussanierte Strandbad in diesem Jahr endlich eröffnen. Vor Jahren baute der Bezirk im See gegen die schlechte Wasserqualität einen Bodenfilter ein. Nach regelmäßigen Überprüfungen ist die Wasserqualität seit fünf Jahren stabil.

Eintritt Strandbad Halensee 8 Euro (6 Euro ermäßigt)
Öffnungszeiten Montag bis Sonntag, 10 bis 19 Uhr
Anfahrt S41, S42, S45, S46, S47 Halensee

Weitere Badeorte
  • Alter Hof
  • Strandbad Wannsee
  • Grunewaldturm
  • kleine Badewiese
  • Lieper Bucht
  • Radfahrerwiese
  • Große Steinlanke
  • Breitehorn
  • Krumme Lanke
  • Schlachtensee

Daniel Seeger, Bild: Christina Praus