Postkarten gegen Umsteigepläne

S75: Pläne zur S-Bahn-Streckenkürzung stoßen auf Protest.

Die nächste Runde im Kampf für den ungekürzten Verlauf der S-Bahn-Linie S 75 ab Wartenberg in Richtung Westen ist eröffnet! Jetzt liegt die Antwort der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung auf die schriftliche Anfrage des CDU-Abgeordneten Danny Freymark vor. In der heißt es ganz offiziell: „Der ursprüngliche Laufweg der Linie S75 wird mit dem Abschluss der Arbeiten im Bereich Ostkreuz umgesetzt. Voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Jahres 2017 wird die Durchbindung der Linien S3 (von/nach Erkner) und S9 (von/nach Flughafen Schönefeld/ BER) auf die Stadtbahn ermöglicht. Die Linie S75 endet dann am Ostbahnhof.“

Die Aktion

Im Klartext heißt es weiter: „Auf der Linie S75 verlieren die Stationen Wartenberg, Hohenschönhausen und Gehrenseestraße die direkte S-Bahn-Anbindung an die Stadtbahn westlich des Ostbahnhofes…..“ Und das bereits ab dem nächsten Jahr. Als Alternative nennt die Senatsantwort die umsteigefreie Nutzung der Tramlinie M4 ab Hohenschönhausen. Eine Ansicht, die Danny Freymark und sein Parteifreund, der Bundestagsabgeordnete Martin Pätzold, so nicht teilen. Ihre Postkartenaktion sorgte jetzt für reichlich Argumente zum Erhalt des Streckenverlaufes. 300 ausgefüllte Postkarten nennen nun die Begründungen für den Streckenerhalt der S75. „Sind wir jetzt am Ende der Welt?“ lautet dort die Frage eines Bürgers und „Unterbrechung des Fahrtweges zum Hauptbahnhof“ sowie „weiteres Umsteigen mit Gepäck ist eine Zumutung“ lauten die Hauptargumente, die in der Kartenaktion genannt wurden.

Weitere Proteste

Für Pätzold und Freymark ist der heutige Streckenverlauf der S75 bereits eine eigentlich nicht hinnehmbare Kürzung. Der Ortsteil solle nicht noch weiter „abgeschnitten“ werden, fordert Pätzold. Während früher die Züge von Wartenberg bis Spandau fuhren, halten sie heute bereits am Westkreuz. 1.000 Unterschriften sollen insgesamt gegen diese Umsteigepläne des Senats protestieren. „Die Antwort der zuständigen Senatsverwaltung ist nicht akzeptabel, auf unsere Fragen wurde nur ausweichend geantwortet. Die Intention ist klar: Man möchte dieses Thema verschweigen und nicht mehr darüber diskutieren. Unser Kampf geht aber weiter, da über 100.000 Hohenschönhausener sich nicht abhängen lassen werden“, so Danny Freymark in einer klaren Ansage zu den geplanten Aktionen der kommenden Wochen.

Stefan Bartylla, Bild: Stefan Bartylla