Polizei warnt vor Fahrraddieben

Kriminalität: Rund um die Schloßstraße wurden im letzten Jahr fast doppelt so viele Räder geklaut als 2014.

Das Gebiet rund um die Schloßstraße in Steglitz-Zehlendorf ist eines der beliebtesten Ziele für Fahrraddiebe in Berlin. In diesem Bereich registrierte die Polizei im letzten Jahr einen Anstieg der Diebstähle um 96 Prozent im Vergleich zu 2014. In konkreten Zahlen bedeutet dies, dass die Zahl der geklauten Räder von 180 auf 350 gestiegen ist. Auch am Teltower Damm verschwinden immer mehr Drahtesel. Hier wurden 41 Prozent mehr Delikte verzeichnet, in Zehlendorf Südwest stieg die Zahl um 36 Prozent. Das geht aus dem aktuellen Kriminalitätsatlas hervor.

Organisierte Banden

Im Bereich Teltower Damm liegen die Brennpunkte rund um die S-Bahnhöfe. In der Schloßstraße ist nicht nur die Einkaufsmeile ein beliebter Tatort, hier suchen die Diebe sogar die Keller und Hinterhöfe der umliegenden Straßen auf. „In vielen Fällen handelt es sich um organisierte Banden, die die geklauten Fahrräder gleich auf einen Transporter laden und einen gewerblichen Handel mit der Beute treiben“, sagt ein Polizeisprecher. Da immer mehr Berliner aufs Fahrrad umsatteln, steige natürlich auch die Zahl der Diebstähle. Leider gäbe es aber vor allem an den U- und S-Bahnhöfen viel zu wenig Fahrradbügel zum Anschließen der Räder, kritisiert die Polizei. Dem zunehmenden Fahrradklau versucht die Polizei mit Informationsveranstaltungen und verstärkter Präsenz entgegenzuwirken. Teil der Strategie ist seit kurzem auch die Kennzeichnung und Registrierung von Fahrrädern in einer polizeilichen Datenbank. Bei einer Präventionsveranstaltung in Lankwitz wurden kürzlich 169 Fahrräder gekennzeichnet und registriert.

Diebstähle nehmen zu

Im Bezirk Steglitz-Zehlendorf werden jedoch keineswegs nur Fahrräder geklaut. Auch Diebstähle allgemein sind rund um die Schloßstraße im vergangenen Jahr um rund neun Prozent gestiegen. In einer der größten Einkaufsstraßen Berlins versuchen sich die Kaufhäuser und Geschäfte entsprechend zu rüsten. „Wir überprüfen unser Sicherheitskonzept laufend und passen dieses falls notwendig den Situationen entsprechend an“, sagt ein Sprecher der Einkaufspassage Boulevard Berlin. Dabei gäbe es auch eine enge Zusammenarbeit mit der Polizei. Der Kriminalitätsatlas liefert jedoch auch positive Nachrichten. So sind die Wohnungseinbrüche im Gebiet Schloßstraße um 44 Prozent gesunken, in Zehlendorf-Nord um 23 Prozent. Trotzdem bleibt Zehlendorf Nord bezirksweit das Gebiet mit den meisten Einbrüchen. Stark gestiegen sind die Einbrüche im Kiez rund um die Drakestraße, mit plus 46 Prozent.

Daniel Seeger, Bild: Getty Images/Jakez