Wölfe schielen auf Deutschen Bundestag

Politische Wanderausstellung „Die Wölfe sind zurück” am Washingtonplatz angekommen.

Derzeit beherrscht ein Rudel von 66 lebensgroßen Wölfen aus Bronze und Eisen den Vorplatz des Berliner Hauptbahnhofs. Unweit von Bundestag und Kanzleramt will der Brandenburger Künstler Rainer Opolka die Gesellschaft wachrütteln und zum Widerstand gegen Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Gewalt aufrufen. Die Wander-Ausstellung verweilt noch bis zum 16. August auf dem Washingtonplatz.

Künstler persönlich vor Ort

Die gut zwei Meter großen und bis zu 300 Kilogramm schweren „Wolfsmenschen“ tragen Namen wie „Mitläufer“, „NSU-Mann“, „Anführer“ oder „Blinder Hasser“. Die Skulpturen stehen symbolisch für Hasser, Brandsatzwerfer, Neo-Nazis, wütende Pedigisten und AfD-ler, die allesamt gegen Flüchtlinge und Ausländer wettern. Sie sollen Hass und Gewalt symbolisieren und die Menschen darüber ins Gespräch bringen. In Dresden und Potsdam zeigten die bedrohlich aussehenden Wölfe bereits große Wirkung und sorgten für zahlreiche Dialoge und Diskussionen zu diesem aktuellen Thema. In beiden Städten besuchten 120.000 Menschen die Ausstellung, die auf Facebook inzwischen 5.300 Fans hat. Der Künstler begleitet die Ausstellung persönlich und führte zusammen mit seinem Team bislang etwa 10.000 Gespräche.

Klares Signal für Toleranz

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller stellt in seinem Grußwort zur Ausstellung dar, dass er dringenden Handlungsbedarf in der Entwicklung von Fremdenhass sieht: „In Berlin hat die rechts- extremistische Gewalt im letzten Jahr deutlich zugenommen. Dabei richteten sich die Gewalttaten vor allem gegen jene Menschen, die bei uns Schutz vor Krieg und Terror gesucht haben. Die Gewaltvorfälle gegen Ausländer und Flüchtlinge haben sich im letzten Jahr um fast 100 Prozent erhöht. Das können wir nicht hinnehmen. Und deshalb bin ich dankbar, dass mit dieser Ausstellung erneut ein klares Signal für Toleranz, Hilfsbereitschaft und Weltoffenheit von der Hauptstadt ausgeht.“

Ideen der Besucher gefragt

Umrahmt wird die Wanderausstellung von Informationstafeln. Darunter befinden sich auch leere Flächen, auf denen die Besucher schreiben sollen, was die Menschen gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt tun können – über 2.000 Statements stehen bereits auf den Tafeln. Zudem verteilt Rainer Opolka eine 40-seitige Informationsbroschüre. Die Ausstellung ist kostenlos. Der Künstler ist auch in Berlin täglich vor Ort, um den Dialog anzuregen und mit den Menschen das Gespräch zu suchen. Er engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich gegen Rechtsradikalismus und Antisemitismus und wurde bereits mehrfach für sein soziales Engagement ausgezeichnet.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:
www.diewoelfesindzurueck.de

red., Bild: privat