Courage lebt weiter

Premiere: Silvio-Meier-Preis würdigt Einsatz für Toleranz.

Mit dem in diesem Jahr erstmalig ausgelobten Silvio-Meier-Preis will der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg Menschen, Vereine, Initiativen und Projekte ehren und unterstützen, die sich in herausragender Weise gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung einsetzen. Der Preis trage den Namen eines leidenschaftlichen Kämpfers für Toleranz, Freiheit und politische Emanzipation, der sein couragiertes Auftreten gegen rechte Gewalt mit dem Leben bezahlen musste, so das Bezirksamt.

Gefahr unterschätzt

Am 21. November 1992 wurde im U-Bahnhof Samariterstraße in Friedrichshain der damals 27-jährige Silvio Meier von jugendlichen Neonazis erstochen. Die Polizei sprach damals von einem Streit zwischen Jugendgruppen. Ein politischer Hintergrund sei geleugnet worden. „Silvio Meier wurde so nicht nur zu einem Opfer rechter Gewalt, sondern darüber hinaus zu einem Symbol für den Kampf gegen Rechts, gegen die Ignoranz, Leugnung und fehlende Anerkennung der Gefahr rechter Gewalt durch den Staat und seine Repräsentanten“, teilt das Bezirksamt mit. Doch nicht nur sein gewaltsamer Tod, sondern mehr noch sein Leben und politisches Wirken, das mutige Eintreten gegen jede Form Dogmatismus, Entmündigung, Zwangsherrschaft und soziale Exklusion machten Silvio Meier zu einem herausragenden Beispiel zivilgesellschaftlichen Engagements. „Mit der Verleihung des Silvio-Meier-Preises bezieht der Bezirk klare Position gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und will aktives, gewaltfreies Eintreten für Freiheit, politische und kulturelle Emanzipation unabhängig von Herkunft, Religion, sozialer Stellung oder sexueller Identität ermutigen.“ Der Silvio-Meier-Preis ehrt Einzelpersonen, Gruppen, Initiativen oder Projekte, die sich im Bezirk aktiv gegen soziale Bevormundung, Entmündigung, Diskriminierung, soziale und kulturelle Ausgrenzung einsetzen oder eingesetzt haben. Dass umfasst auch Zivilcourage bei Übergriffen. Menschen, Gruppen oder Initiativen können sich entweder selbst bewerben oder vorgeschlagen werden. Die Bewerbungsfrist endet am 18. September. Am 24. November wird der Preis im Widerstandsmuseum (Rigaer Straße 9/10) verliehen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:
silvio-meier-preis@ba-fk.berlin.de
www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg

nm, Bild: imago/IPON