Durchs Löwentor in die Zukunft

Das neue Tor liefert einen Ausblick auf die weiteren Projekte.

Für den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) war die Eröffnung des neuen Löwentors ein freudiges Ereignis. Mit einer Bauzeit von acht Monaten und Kosten von vier Millionen Euro ist es eines jener Berliner Projekte, die Prestige haben und trotzdem gelingen. 1909 wurde das herrschaftliche Löwentor eröffnet, hielt jedoch zuletzt dem gewaltigen Besucherandrang nicht mehr stand. Deswegen wurde nun die Anzahl der Kassen auf acht verdoppelt sowie ein neues ServiceCenter und ein Zoo-Shop in afrikanischem Ambiente eröffnet.

Erster Eindruck zählt

„Für den ersten Eindruck hat man keine zweite Chance“, sagt Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem. Schließlich gelte der Berliner Zoo weltweit etwas. Das sieht der stellvertretende Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf Carsten Engelmann genauso. „Jetzt haben wir das schöne Tor, jetzt soll auch der Hardenbergplatz entsprechend werden“, sagt Engelmann. Zoo-Besucher müssen dort bisher zunächst durch die Blech- und Betonwüste, künftig soll der Hardenbergplatz deutlich grüner und schöner werden

Weniger ist mehr

Das neue Elefantenhaus gehört  zu den Leuchttur-Projekten des Zoos

Das neue Elefantenhaus gehört
zu den Leuchttur-Projekten des Zoos

Das neu eröffnete Löwentor schlägt die Brücke zwischen Tradition und Zukunft, der Spatenstich im November 2015 war zugleich der Auftakt für die Umsetzung des neuen Ziel- und Entwicklungsplans für den Zoo Berlin. Der Leitgedanke des Zoo-Direktors ist dabei klar: „Weniger Tiere bekommen mehr Platz.“ Dabei sollen im kommenden Jahr erst einmal neue Zoo-Bewohner dazukommen, Knieriem arbeitet derzeit intensiv daran, wieder Pandas nach Berlin zu holen.

Der Plan steht

Auch darüber hinaus reiht sich ein Projekt an das andere: Nach dem Umbau des Vogelhauses kam erst vor wenigen Tagen die vielsprachige und kostenlose Zoo-App heraus. In den kommenden Monaten soll auch die Reptilienanlage wieder eröffnen und das Raubtierhaus umgestaltet werden. Für Projekte wie diese erhalten Zoo und Tierpark vom Senat jeweils 15 Millionen Euro extra. Leuchtturm-Projekte sind dabei die neue Nashorn- und Tapiranlage sowie ein neues Elefantenhaus. Zoo und Tierpark sollen sich parallel zueinander weiterentwickeln, „ohne dass sie sich wie früher gegenseitig kanibalisieren“, sagt Knieriem.

Daniel Seeger, Bilder: Daniel Seeger/Zoo Berlin