Steglitzer Kreisel verkauft

Über 180 Wohnungen sollen in dem früheren Büroturm entstehen.

Nach langwierigem Bieterverfahren hat der Senat jetzt den Verkauf des Steglitzer Kreisels beschlossen. In den kommenden Wochen muss nun das Abgeordnetenhaus zustimmen. Rund 20 Millionen Euro will die CG Gruppe für den früheren Verwaltungsturm in der Schloßstraße überweisen. Das Land Berlin saniert derzeit das asbestbelastete Hochhaus für voraussichtlich 18,5 Millionen Euro. Das Land erzielt damit einen Nettoerlös von über einer Million Euro.

Aufgelockerte Fassade

Die ersten Pläne zum Umbau des 120 Meter hohen Turms bis Ende 2018 sind bereits bekannt: Die dunkle Fassade verschwindet, stattdessen sollen helle, zeitgemäße Materialen sowie Loggien und Balkone die Fassade des Turms auflockern. 182 neue Wohnungen werden in dem Turm geschaffen, im Schnitt soll die Miete bei 16,95 Euro pro Quadratmeter liegen, je nach Lage und Ausstattung reicht die Spanne von 9 bis 25 Euro pro Quadratmeter. Die CG Gruppe ist bereits seit Anfang 2015 Eigentümerin des unteren Gebäudeteils, in dem unter anderem Arztpraxen, Geschäfte und ein Hotel untergebracht sind. Anfang 2015 hatte es beim Verkauf des Gebäudesockels durch den damaligen Eigentümer Becker und Kries noch große Vorbehalte des Senats gegenüber der CG Gruppe gegeben. Als Besitzer des Turms und damit als Teil der Eigentümergemeinschaft verweigerte der Senat Becker und Kries zunächst die Zustimmung zum Verkauf. Becker und Kries klagte, einigte sich dann schließlich doch noch außergerichtlich mit dem Senat. Der Grund für die Senatsvorbehalte waren fehlende Nachweise zur Finanzierung des Vorhabens.

Plausible Investitionen

Auch jetzt soll nicht nur die Höhe des Kaufpreises, sondern ebenso die Plausibilität der geplanten Investitionen wesentliches Kriterium für Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) gewesen sein. „Es ist nicht wirtschaftlich, wenn einem Investor unterwegs die Luft ausgeht und das Land am Ende mit einer nicht nutzbaren Immobilie dasteht“, erklärt ein Sprecher. Insgesamt 277 Millionen Euro will die CG Gruppe in den Steglitzer Kreisel investieren. „Wir warten jetzt darauf, dass der neue Eigentümer beim Bezirk einen Bauantrag stellt“, sagt Bezirksbürgermeister Norbert Kopp (CDU). Weil der Kreisel bereits seit 2007 leersteht, hat er inzwischen seinen Bestandsschutz verloren. Der Bezirk werde deshalb genau prüfen, was die CG-Gruppe konkret mit dem Steglitzer Wahrzeichen vor hat. Insgesamt steht der Bezirksbürgermeister dem Verkauf positiv gegenüber. Norbert Kopp erwartet mit dem Bau neuer Wohnungen auch eine Aufwertung des gesamten Gebiets.

Daniel Seeger, Bild: Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf