Eine Sammlung voller Highlights

Daimon-Museum öffnet im Bürgerschloss Hohenschönhausen.

Drei Jahre intensivster Arbeit hat es gebraucht, bis jetzt im Bürgerschloss an der Hohenschönhausener Hauptstraße das neue Daimon-Museum eröffnet werden kann. Taschenlampen, Radios, Batterien, Dynamos und etliche Plakate zieren jetzt die Räume in der zweiten Etagen der Villa in Alt-Hohenschönhausen. Rüdiger Schwarz, Andreas Gogolin und Ulrich Kasper vom Vorstand und Freunde und Helfer des Fördervereins Bürgerschloss sind glücklich: Endlich können die vielen Exponate rund um die Kultmarke Daimon einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden. Der Ort für ein solches Museum könnte nicht besser gewählt sein. Paul Schmidt, das Mastermind hinter den Erfindungen des Batterie-Imperiums hatte hier in den Jahren zwischen 1910 und 1929 gewohnt. „Das Haus ist zwar riesig – aber wir wissen, dass es mit den rund 20 Angehörigen der Großfamilie hier eng zugegangen sein muss“, erläutert Rüdiger Schwarz.

Tausendsassa Schmidt

Jetzt startet die Ausstellung auf rund 100 Quadratmetern. Besucher können nun entdecken, wie vielfältig die Erfindungen aus dem Hause Daimon im Laufe der Jahrzehnte ausfielen. Schmidt gilt als Erfinder der Trockenbatterie und der Wegbereiter zur Konstruktion der Taschenlampe. „Sogar der Begriff ,Handy‘ wurde wahrscheinlich von Paul Schmidt kreiert“, erläutert Rüdiger Schwarz, der verspricht, dass für diese Behauptung auch Beweise in der Ausstellung zu sehen sein werden. Exemplare der ersten Fahrrad-Dynamos, Transistor-Radios aus der Rock´n´Roll-Ära und zahlreiche Werbeschilder mit Daimon-Motiven aus ganz Europa wird es hier zu bewundern geben.

Große Sammlung

Gesammelt hatte die 1.500 Exponate der Berliner Rentner Frank Veith. Einige Stücke wurden auch von Nachfahren der Familie von Paul Schmidt beigesteuert. „Die Ausstellung ist dazu gedacht, mehr Besucher hierher zu bekommen, damit sie sich auch die wunderbaren Details des Hauses anschauen können“, so Schwarz. Die Räume sind zwar noch längst nicht vollständig restauriert, aber interessante Baustellenführungen in die unteren Etagen werden schon jetzt regelmäßig angeboten. Zu sehen gibt es die Spuren des prächtigen Parketts, der hübschen Wandmalereien und viele andere Details der Architektur des Gutshauses, dessen Geschichte mindestens bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. „Wenn es sich so weiter entwickelt, wollen wir eine Stiftung zum Erhalt des Hauses gründen, um uns weitere Möglichkeiten zur Fertigstellung zu erschließen“, so der Vorstandsvorsitzende. Seit 1999 flossen über Lottogelder und Schöpfung öffentlicher Investitionstöpfe bereits drei Millionen Euro in die Sanierung des denkmalgeschützten Hauses.

Stefan Bartyla,Bild: Stefan Bartylla