Senator mit Sorgen

Neubau: Verzicht auf Wohnungen am Leipziger Platz wegen Lärm.

Die letzte Baulücke am Leipziger Platz verschwindet. Ab Sommer 2017 soll an an der Nordecke des Platzes mit dem Bau des neun-geschossigen Geschäfts- und Bürohauses begonnen werden. Für 40 Millionen Euro werden dann die Pläne der Architektin Hilde Léon umgesetzt. Und zwar mit einer Fassade, die der bisher dort auf einer Plane gezeigten sehr ähnlich sieht. Doch das Berliner Architektenbüro, das diese Vorlage schuf, war gar nicht zum Wettbewerb eingeladen worden. Und noch eine Ungereimtheit trat bei der Vorstellung der Pläne zutage: Obwohl der Bebauungsplan es vorschreibt und der Bezirk Mitte es fordert, muss der Investor am Leipziger Platz 18 keine Baufläche für Wohnungen zur Verfügung stellen – weil der zuständige Bausenator Andreas Geisel (SPD) ihn von dieser Pflicht befreit hat. „Keiner braucht hier verlärmte Luxuswohnungen“, rechtfertigte Geisel am Mittwoch diese Ausnahmeerlaubnis. Das sieht Mittes Baustadtrat Carsten Spallek komplett anders. Eigenen Angaben zufolge hatte er auch gegenüber der Senatsbaudirektorin Regula Lüscher darauf gepocht, den Bebauungsplan einzuhalten und den Investor nicht von der Pflicht zu befreien, Fläche für Wohnungen bereitzustellen. Doch was soll‘s: Nach Informationen des „Tagesspiegel“ bringt die Vermietung von Büroflächen am Leipziger Platz schließlich doppelt so viel Geld ein, wie die von Wohnungen.

mw, Bild: leonwohlhage