Ein Zeichen fürs Plantschen in der Spree

Aktion: Jugendliche aus 17 Ländern mischen beim Europäischen Flussbadetag mit.

„Spree – sie gehört mir. Spree – sie gehört dir. Spree. Sie gehört uns.“ Mit diesem Ruf haben 60 Jugendliche aus 17 Ländern den Europäischen Flussbadetag „Big Jump“ auf der Insel der Jugend im Treptower Park gefeiert. Berlin liegt zwar am Fluss, jedoch gibt es in der Stadtspree und ihren Kanälen keine offizielle Flussbadestelle. „Die Aktion verleiht dem Wunsch nach Badestellen in urbanen Gewässern Ausdruck“, teilt die Grüne Liga e.V. mit. „Mit ihrer Teilnahme setzten die jungen Leute ein Zeichen für modernen, zukunftsorientierten Gewässerschutz.“

Starke Quelle

Silke Gebel (Grüne), Mitglied des Abgeordnetenhauses Berlin, ging in der Diskussion mit den Jugendlichen auf die sieben Forderungen des Big Jump Berlin ein. „Wasser ist wichtig für Berlin. Gut, dass es engagierte, junge Menschen gibt, die sich dafür stark machen. Diese Arbeit muss vom Land wahrgenommen und unterstützt werden. Deshalb habe ich die Schirmherrschaft für den diesjährigen Big Jump übernommen und werde mich im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung für eine Stärkung der Gewässerpädagogik einsetzen.“, so Gebel. Die Gewässerschutz-in-Badehose-Aktion war Teil des Berlin River Camps, bei dem sich die Jugendlichen intensiv mit dem Thema Gewässerschutz befassen. Yoav Bar Ness aus Israel: „Die Spree ist nicht nur eine wunderschöne und starke Quelle des Lebens, sondern auch ein Symbol für unsere eigene Existenz. Ihre Zukunft ist unsere. Wir sind ihre Gegenwart.“ Das Interesse an Badestellen in der Stadt hätten die vergangenen Big Jumps an Spreekanal, Landwehrkanal, Rummelsburger Bucht und der Insel der Jugend belegt.

Bessere Wasserqualität

„Der Big Jump ist ein Zukunftsindikator“, sagte Rafael Ziegler, Koordinator des internationalen Youth Network for River Action. „Er zeigt uns, wo die Menschen Badeplätze und eine bessere Wasserqualität in der Zukunft sehen wollen.“ Beim Big Jump springen in ganz Europa Menschen gleichzeitig für besseren Gewässerschutz in ihre Flüsse. Über ein Drittel der Big-Jump-Stellen in Europa seien jedoch keine offiziellen Badeorte nach der Klassifizierung der Baderichtlinie. Im internationalen Blue City Index gehöre Berlin zur Klasse der „ressourceneeffizienten und adaptiven“ Städte. Berlin hat jedoch noch nicht die höchste Kategorie des Index erreicht. Zu dieser gehören Städte, die weise mit ihrem Wasser umgehen, so Ziegler.

nm/red / Bild: Grüne Liga e.v.