Asbest-Gefahr im Dardanellenweg

Sanierung: Baustopp in Mariendorf gilt weiter – ob ab Mitte Juli tatsächlich wieder gearbeitet werden kann, ist offen.

Wegen Asbest-Gefahr ruhen die Arbeiten in mehreren Wohnblocks im Dardanellen- und Imbrosweg weiter. Mitte Juni verhängten die Behörden dort den Baustopp. Dabei haben laut Eigentümer Deutsche Wohnen die Untersuchungen eines unabhängigen Sachverständigen in den vier betroffenen Wohnungen keine erhöhte Asbestbelastung ergeben.

 Giftige Asbestfasern

Anfang Juni hatten Bauarbeiter in dem Wohnblock mit einer Flex asbesthaltige Fensterbänke zerschnitten. Die so womöglich freigesetzten Asbestfasern sind für Bewohner hochgiftig und krebserregend. Zwei von vier Mietparteien hätten zwischenzeitlich eine Ausweichwohnung bezogen, seien inzwischen aber wieder in ihr angestammtes Zuhause zurückgekehrt, sagt ein Sprecher der Deutsche Wohnen. Schuld an der ganzen Misere sei das Subunternehmen der beauftragten Firma, „dort ist ganz offensichtlich gepfuscht worden“, sagt der Sprecher. „Wir werden bis Mitte Juli vorsorglich nochmal alle 38 Wohnungen in den Blocks prüfen lassen.“ Sollten auch dort die Ergebnisse positiv ausfallen, werden die Bauarbeiten wieder aufgenommen. Ob das tatsächlich so einfach ist, daran bestehen Zweifel. Denn der Eigentümer Deutsche Wohnen muss erst mal einige Voraussetzungen erfüllen. Er muss in einem unabhängigen Gutachten unter anderem darlegen, wie groß die Asbest-Gefahr auf der Baustelle ist, wie der weitere Arbeitsablauf sein wird und welcher zertifizierte Fachbetrieb für Asbest dabei eingeschaltet wird. „Erst wenn diese Vorgaben erfüllt sind, werden wir den Baustopp aufheben“, sagt die zuständige Bezirksstadträtin Sibyll Klotz (Grüne).

 Bezirk wurde aktiv

Mit der Zuständigkeit ist das allerdings so eine Sache: Denn für Asbest auf Baustellen ist eigentlich das der Senatsverwaltung für Gesundheit unterstellte Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit Berlin (LAGetSi) zuständig, die Bauaufsicht des Bezirks dagegen für verbauten Asbest in Wohnungen. „Trotzdem ist die Bauaufsicht des Bezirks aktiv geworden und hat, nachdem sie am 23. Juni vor Ort war, den Baustopp verhängt“, erklärt Bezirksstadträtin Sibyll Klotz (Grüne). Vielleicht haben gerade diese vertauschten Zuständigkeiten beim Eigentümer für Verwirrung gesorgt. Dort konnte man zwischenzeitlich nicht sagen, ob es tatsächlich einen offiziellen Baustopp gab und von wem genau dieser verhängt worden war.

Daniel Seeger, Bild: Deutsche Wohnen